Santa Maria del Mar besa?en und an vielen Stellen der Kathedrale des Meeres dargestellt sind.

7. MARKTTAGE, VERGNUGUNGEN UND FESTE

Placa del Born ( Paseo del Born)

Das Ribera-Viertel war das am dichtesten bevolkerte Viertel des mittelalterlichen Barcelona und auch das Viertel mit der starksten sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung. Mittelpunkt war die Placa del Born, eine gro?e Freiflache zwischen Rec Comtal und Pia d'en Llull.

Auf dem Born spielte sich das Leben des Viertels ab: Es wurde Markt gehalten, Handwerker arbeiteten im Freien, es gab Schanken, Bordelle, Glucksspiele, den alten und den neuen Fischmarkt. Seeleute und Besucher der Stadt mischten sich auf dem Born unters Volk, flanierten in einem steten Sehen und Gesehenwerden. Auch Prozessionen und religiose Feste fanden dort statt, Spiele und Turniere, Auffuhrungen von Troubadouren und Volkstanze.

8. DAS HAFENVIERTEL

Die Uferhauser (Calle Ribera und umliegende Stra?en)

Viele Hafenarbeiter von Barcelona lebten in den letzten Hausern des Ribera-Viertels, kleine, einfache Hauschen, die direkt auf dem Strand standen. Ublicherweise hatten diese zwei Stockwerke mit einem ebenerdigen Raum, der als Kuche und Wohnraum diente, und einer oder zwei Schlafkammern im Obergeschoss. Manchmal vermieteten arme Familien diese Kammern an andere Familien unter, denen es noch schlechter ging als ihnen selbst.

In diesen Hausern in der Nahe des Fischmarktes und der Lagergebaude fur Trockenfisch lebten Fischer, Seeleute und auch viele Bastaixos. Der Beruf des Lastentragers war hart und einfach, aber dringend notwendig, denn durch das seichte Wasser liefen gro?e Handelsschiffe wie die bauchigen katalanischen Koggen Gefahr, auf Grund zu laufen. Deshalb setzte man Boote ein, deren Besatzungen in der Zunft der Hafenschiffer organisiert waren, und diese wurden am Strand von den Bastaixos be- und entladen.

9. HANDLER, RITTER UND EDELLEUTE

Die Stadtpalaste in der Calle Monteada (Calle Monteada)

Die Calle Monteada entstand im 13. Jahrhundert und war schon bald eine der vornehmsten und prachtigsten Stra?en des gotischen Barcelona, ein geradliniger Stra?enzug, gesaumt von den Stadtpalasten reicher Handler und des Adels der Stadt.

Die Stadtpalaste von Barcelona waren nach einem festen Grundriss angelegt: Die Wohnraume lagen rings um einen zentralen Innenhof und waren uber eine Freitreppe rechts des Zugangs von der Stra?e aus zu erreichen. Das gro?e Tor zur Stra?e war fur Kutschen und Pferde ausgelegt. Die Stallungen befanden sich ebenerdig im hinteren Teil des Innenhofs, neben den Kuchenraumen und dem Wachhaus.

10. EINE STADT DER REISENDEN

Placa de la Llana (Plaza de la Llana/Calle Carders)

Im Spatmittelalter zog Barcelona viele Reisende an, die fur die Dauer ihres Aufenthalts eine Unterkunft brauchten. An den Zufahrtsstra?en der Stadt entstanden Gasthofe und Herbergen. Die Calle Boria war eine dieser Achsen, die vom Portal Nou ins Stadtzentrum fuhrte. Dort befanden sich viele solcher Herbergen. Sie hatten die ganze Nacht geoffnet, und ein Licht uber der Tur wies den Weg. Zu den zahlreichen Gasthofen des 14. Jahrhunderts in Barcelona gehorten das Hostal de Pere ca Cort , die Albergue d'En Pila , das Hostal de los Judios und das Hostal de los Degollados.

11. STADTZENTRUM UND KORNMARKT

Placa del Blat (Plaza del Angel )

Die Plaza del Blat war das symbolische Zentrum des gotischen Barcelona. Es gab einen Markstein, auf dem die einzelnen Stadtviertel dargestellt waren, und im 14. Jahrhundert fand dort der Mehl- und Kornmarkt statt. Wenn das Getreide knapp wurde, stieg der Getreidepreis, und die Menschen hungerten. Der Hunger fuhrte zu Aufruhr, und die Menschen, die nichts zu verlieren hatten, erhoben sich gegen die Obrigkeit und verlangten nach Brot, so auch im April 1334.

Offentliche Bestrafungen waren im mittelalterlichen Barcelona gang und gabe, bewies die Obrigkeit doch damit, dass sie in der Lage war, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig dienten sie der Abschreckung. Eine offentliche Strafe etwa bestand darin, die Gefangenen ›Boria Abajo‹ zu fuhren. Dabei wurden diese auf einem Esel vom Palast des Stadtrichters uber die Plaza del Blat durch die Calle Boria gefuhrt. Wahrend dieses demutigenden Schauspiels wurden die Delinquenten offentlich ausgepeitscht, zum Tode Verurteilte wurden anschlie?end vor den Mauern der Stadt gehangt.

12. DER KONIGLICH-GRAFLICHE PALAST VON BARCELONA

Placa del Rei und Capilla Palatina (Plaza del Rei und Kapelle Santa Agata)

An der Plaza del Rei befindet sich der Konigliche Palast, Residenz der koniglichen Grafen der aragonesischen Krone in Barcelona. Im Jahr 1306 wurde die gotische Palastkapelle geweiht, die uber einem romanischen Vorgangerbau errichtet wurde.

Diese uber romischem Mauerwerk errichtete Capilla Palatina ist von bescheidenen Ausma?en und besitzt einen achteckigen, bekronten Glockenturm. Im Inneren gibt es eine Kassettendecke, die Wande sind mit Reliefs koniglicher Wappen geschmuckt.

Nebenan lie? Konig Pedro III. den Salo del Tinell errichten. Mit diesem Thron- und Audienzsaal, der auch fur Bankette genutzt wurde, schuf der Architekt Guillem Carbonell eines der spektakularsten Beispiele gotischer Profanbauten in Katalonien.

13. DIE INQUISITION

Bischofspalast von Barcelona (Calle del Bisbe)

Die Inquisition, auch Sanctum Officium genannt, entstand im 13. Jahrhundert zur Bekampfung der Haresie und wurde vor allem von den Dominikanern kontrolliert. Die Aufgabe dieses kirchlichen Tribunals war es, uber die Reinheit des katholischen Glaubens zu wachen. Die Inquisitoren suchten nach abtrunnigen Sundern und Ketzern, um sie an Leib und Besitz zu strafen oder hinzurichten. Am Anfang konzentrierte sich die Inquisition auf die Katharer. Spater verlegte sie sich darauf, die christliche Gesellschaft von heimlichen Juden und Judenfreunden, Protestanten und Hexen zu reinigen, bis sie schlie?lich im 19. Jahrhundert in ganz Spanien abgeschafft wurde.

Das Inquisitionstribunal von Barcelona hatte seinen Sitz zunachst im Bischofspalast; spater zog es in einige Gebaude im Innenhof des koniglichen Palasts an der Calle dels Comtes.

14. DAS JUDENVIERTEL VON BARCELONA

Call de Barcelona (Calle del Call/Plaza Sant Jaume)

Die judischen Familien von Barcelona lebten in einem teils von einer Mauer umgebenen Viertel, dem Call, zwischen den heutigen Stra?en Calle Bisbe, Baixada de Santa Eulalia, Calle del Call und Banys Nous gelegen. Mit dem Bevolkerungswachstum des 14. Jahrhunderts dehnte sich das Judenviertel uber diesen Bereich hinaus, es entstand der Call Menor, auch Call d'en Sanahuja genannt.

Die Juden Barcelonas gingen unterschiedlichen Berufen nach. Sie waren Handwerker, Geldwechsler, Hofbeamte, Arzte und vieles mehr. Das Leben im Judenviertel spielte sich rund um die einzelnen Synagogen ab. Zu den Lehrern, Denkern, Wissenschaftlern und Philosophen der judischen Gemeinde Barcelonas gehorten mehrere Mitglieder der Familie Cresques.

Вы читаете Die Kathedrale des Meeres
Добавить отзыв
ВСЕ ОТЗЫВЫ О КНИГЕ В ИЗБРАННОЕ

0

Вы можете отметить интересные вам фрагменты текста, которые будут доступны по уникальной ссылке в адресной строке браузера.

Отметить Добавить цитату