Bevolkerung des alten Kataloniens, darunter auch katalanische Adlige aus dem Pyrenaenumland wie etwa der Vicomte Arnau und seine Gemahlin Ermessenda, Ramon, Herr von Cadi, und Guillem de Niort, Richter des Grafen Nuno Sanc in Cerdanya und Conflent.
So nahm der traurige Siegeszug uber die Iberische Halbinsel seinen Ausgang in Katalonien. Nachdem 1286 die Katharerbewegung zerschlagen war, wies Papst Klemens V. die katalanische Inquisition zu Beginn des 14. Jahrhunderts an, ihre Aufmerksamkeit dem in Ungnade gefallenen Templerorden zuzuwenden, wie dies auch im benachbarten Frankreich geschah. Doch in Katalonien wurden die Templer nicht mit dem gleichen Hass verfolgt wie durch den franzosischen Konig – wobei dessen Grunde vor allem finanzieller Natur waren –, und auf einem vom Bischof von Tarragona einberufenen Landeskonzil beschlossen die anwesenden Bischofe einstimmig eine Erklarung, welche die Templer freisprach und keinen Grund fand, sie der Ketzerei zu beschuldigen.
Nach den Templern richtete die katalanische Inquisition ihr Augenmerk auf die Begarden, die sich ebenfalls bis nach Katalonien ausgebreitet hatten. Es kam zu einigen Todesurteilen, die wie allgemein ublich nach der Entlassung der Verurteilten durch den weltlichen Arm vollstreckt wurden. Mitte des 14. Jahrhunderts dann, als sich wahrend der Pestepidemie von 1348 der Volkszorn gegen die Juden in ganz Europa entlud und allenthalben Juden beschuldigt wurden, begann die katalanische Inquisition in Ermangelung von Ketzern und anderen Sekten oder spirituellen Bewegungen vor allem gegen die Juden vorzugehen.
Mein Dank gilt meiner Frau Carmen, ohne die dieser Roman nicht moglich gewesen ware, Pau Perez, der ebenso viel Leidenschaft daransetzte wie ich, der
Barcelona im November 2005
Legende der Stadtkarte
von Barcelona
1. DIE STADTMAUER
Stadttor Santa Anna (La Rambla/Calle Santa Anna)
Seit dem 13. Jahrhundert war Barcelona von einer Mauer umgeben, die auch jene Viertel umschloss, die jenseits der alten romischen Stadtmauern entstanden waren. Diese verlief parallel zur Rambla, die damals noch ein Wasserlauf war. Dahinter erstreckte sich das Raval mit seinen Feldern, Brachen, Herbergen und Klostern. Konig Pedro III. und der Rat der Hundert beschlossen dann den Bau einer neuen Mauer, die auch das Raval einschloss.
Das Portal Santa Ana erhielt seinen Namen von dem gleichnamigen Kloster. Rund um dieses Stadttor lebten die Armen und Entwurzelten der Stadt, die Kruppel und Bettler. Die Stadttore wurden jeden Morgen geoffnet, um Besucher und Landbewohner einzulassen, bei Sonnenuntergang wurden sie wieder geschlossen.
2. DAS TOPFERVIERTEL
Carrer dels Ollers, Nahe Stadttor Trentaclaus (Calle Escudellers /La Rambla)
Am Stadttor Trentaclaus befand sich das Topferviertel. In diesem Randbereich der Stadt am Ende der Rambla gab es Sand, den die Topfer zur Herstellung ihrer Topfe, Teller und Schusseln brauchten. So entstanden dort die Stra?en Carrer dels Ollers und Carrer dels Ollers Blancs, die heutige Calle Escudellers. Sie nahm ihren Anfang an einem weiteren Stadttor an der Rambla, dem Portal de Trentaclaus.
3. DAS VIERTEL FRAMENORS
Kloster Framenors (Plaza del Duc de Medinaceli)
Das Kloster Framenors hat seinen Namen von den Franziskaner-Minoriten, die sich im 13. Jahrhundert dort ansiedelten. Das unmittelbar am Meer gelegene Kloster war das Zentrum des Viertels Framenors, das sich zwischen der Stadtmauer an der Rambla, Calle Boqueria, Calle del Mar und Strand erstreckte.
Wie in allen europaischen Stadten des Mittelalters gingen seit dem 13. Jahrhundert auch in Barcelona wichtige kulturelle und geistliche Impulse von den Orden der Dominikaner und der Franziskaner aus.
4. DAS SEEKONSULAT UND DER MITTELMEERHANDEL
Seehandelsborse (Borse, Pia del Palau/Paseo Isabel II.)
Das Seekonsulat von Barcelona war ein unabhangiges Tribunal von Handlern und Seeleuten, das sich mit Streitfallen in der Seefahrt befasste. Grundlage der Urteile waren die in den Seehandelsgesetzen festgeschriebenen Regeln und Richtlinien.
In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde auf einer kleinen Anhohe direkt am Ufer, dem Puig de les Falzies, die Seehandelsborse errichtet. Ende des Jahrhunderts erbaute Pere Arvey die Neue Borse, deren gotischer Kern trotz zahlreicher Umbauten, Restaurierungs- und Erweiterungsarbeiten erhalten blieb.
Im Zuge des Seehandels entstanden zahlreiche weitere Einrichtungen in Barcelona, die Handelshofe etwa, die den Kaufleuten Unterkunft und Warenlager boten, der Portico de los Encantes, der Portico del Forment und die neue Werft.
5. HANDEL UND GESCHAFTSWELT
Placa dels Canvis (Ecke Canvis Vells/Canvis Nous)
Obwohl Barcelona keinen Hafen besa?, hatte sich die Stadt zu einem aufstrebenden, weltoffenen Zentrum am Mittelmeer entwickelt. Sie wurde von zahlreichen Reisenden und Handlern besucht, die fremde Sprachen sprachen und die verschiedensten Wahrungen mitbrachten. Die Geldwechsler tauschten Devisen, spekulierten mit den Wechselkursen und beteiligten sich an Geschaften und Warenlieferungen, die es ihnen ermoglichten, das Zinsverbot zu umgehen.
Die Geldwechsler siedelten sich in der Nahe des Hafens im sogenannten Canvis an, unweit der Borse. Nachdem sie die Kaution entrichtet hatten, die von den stadtischen Behorden als Sicherheit verlangt wurde, stellten sie ihre Wechseltische entlang der Stra?e auf und statteten sie mit allem aus, was man fur dieses Geschaft benotigte.
Die Entwicklung im Geldhandel fuhrte 1401 zur Grundung der
6. SANTA MARIA DEL MAR
Basilika Santa Maria del Mar (Plaza de Santa Maria)
Die gotische Kirche Santa Maria del Mar, Mittelpunkt des Ribera-Viertels, ist ein Werk der Baumeister Berenguer de Montagu und Ramon Despuig und wurde in der beeindruckend kurzen Zeit von nur funfundfunfzig Jahren erbaut.
Bereits am 15. August 1384 war die schmucklose, schlanke, lichtdurchflutete Kirche fertiggestellt. Die einzigartige Weite des Raumes und die harmonischen Proportionen machen aus ihr eines der vollkommensten Beispiele der katalanischen Gotik. Ermoglicht wurde der Bau durch die selbstlose Mitarbeit vieler Bewohner des Ribera-Viertels. Hier ist insbesondere die Zunft der
