Da lieg' ich, krank im Gedarm, — Mich fressen die Wanzen. Und druben noch Licht und Larm! Ich hor's, sie tanzen… Sie wollte um diese Stund' Zu mir sich schleichen. Ich warte wie ein Hund, — Es kommt kein Zeichen. Das Kreuz, als sie's versprach? Wie konnte sie lugen? Oder lauft sie Jedem nach, Wie meine Ziegen? Woher ihr seid'ner Rock? — Ah, meine Stolze? Es wohnt noch mancher Bock An diesem Holze? Wie kraus und giftig macht Verliebtes Warten! So wachst bei schwuler Nacht Giftpilz im Garten. Die Liebe zehrt an mir Gleich sieben Uebeln, — Nichts mag ich essen schier. Lebt wohl, ihr Zwiebeln! Der Mond gieng schon in's Meer, Mud sind alle Sterne, Grau kommt der Tag daher, — Ich sturbe gerne. «Diesen ungewissen Seelen». Diesen ungewissen Seelen Bin ich grimmig gram. All ihr Ehren ist ein Qualen, All ihr Lob ist Selbstverdruss und Scham. Dass ich nicht an ihrem Stricke Ziehe durch die Zeit, Dafur grusst mich ihrer Blicke Giftig-susser hoffnungsloser Neid. Mochten sie mir herzhaft fluchen Und die Nase drehn! Dieser Augen hulflos Suchen Soll bei mir auf ewig irre gehn. Narr in Verzweiflung. Ach! Was ich schrieb auf Tisch und Wand Mit Narrenherz und Narrenhand, Das sollte Tisch und Wand mir zieren?… Doch ihr sagt:»Narrenhande schmieren, — Und Tisch und Wand soll man purgieren, Bis auch die letzte Spur verschwand!» Erlaubt! Ich lege Hand mit an —, Ich lernte Schwamm und Besen fuhren, Als Kritiker, als Wassermann. Doch, wenn die Arbeit abgethan, Sah' gern ich euch, ihr Ueberweisen, Mit Weisheit Tisch und Wand besch…… Rimus remedium. Oder: Wie kranke Dichter sich trosten. Aus deinem Munde, Du speichelflussige Hexe Zeit, Tropft langsam Stund' auf Stunde. Umsonst, dass all mein Ekel schreit: «Fluch, Fluch dem Schlunde Der Ewigkeit!» Welt — ist von Erz: Ein gluhender Stier, — der hort kein Schrein. Mit fliegenden Dolchen schreibt der Schmerz Mir in's Gebein: «Welt hat kein Herz, Und Dummheit war's, ihr gram drum sein!» Giess alle Mohne, Giess, Fieber! Gift mir in's Gehirn! Zu lang schon prufst du mir Hand und Stirn. Was fragst du? Was?» Zu welchem — Lohne?» — Ha! Fluch der Dirn' Und ihrem Hohne! Nein! Komm zuruck! Draussen ist's kalt, ich hore regnen — Ich sollte dir zartlicher begegnen? — Nimm! Hier ist Gold: wie glanzt das Stuck! — Dich heissen» Gluck»? Dich, Fieber, segnen? — Die Thur springt auf! Der Regen spruht nach meinem Bette! Wind loscht das Licht, — Unheil in Hauf'! Wer jetzt nicht hundert Reime hatte, Ich wette, wette,
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