Zu neuem Leben, neuem Spiel…Einsam zu denken nenn' ich weise,Doch einsam singen — ware dumm!So hort ein Lied zu eurem PreiseUnd setzt euch still um mich im Kreise,Ihr schlimmen Vogelchen, herum!So jung, so falsch, so umgetriebenScheint ganz ihr mir gemacht zum LiebenUnd jedem schonen Zeitvertreib?Im Norden — ich gesteh's mit Zaudern —Liebt' ich ein Weibchen, alt zum Schaudern:«Die Wahrheit «hiess dies alte Weib…Die fromme Beppa.So lang noch hubsch mein Leibchen,Lohnt's sich schon, fromm zu sein.Man weiss, Gott liebt die Weibchen,Die hubschen obendrein.Er wird's dem armen MonchleinGewisslich gern verzeih'n,Dass er, gleich manchem Monchlein,So gern will bei mir sein.Kein grauer Kirchenvater!Nein, jung noch und oft roth,oft trotz dem grausten KaterVoll Eifersucht und Noth.Ich liebe nicht die Greise,Er liebt die Alten nicht:Wie wunderlich und weiseHat Gott dies eingericht!Die Kirche weiss zu leben,Sie pruft Herz und Gesicht.Stets will sie mir vergeben, —Ja, wer vergiebt mir nicht!Man lispelt mit dem Mundchen,Man knixt und geht hinaus,Und mit dem neuen SundchenLoscht man das alte aus.Gelobt sei Gott auf Erden,Der hubsche Madchen liebtUnd derlei HerzbeschwerdenSich selber gern vergiebt.So lang noch hubsch mein Leibchen,Lohnt sich's schon, fromm zu sein:Als altes WackelweibchenMag mich der Teufel frein!Der geheimnissvolle Nachen.Gestern Nachts, als Alles schlief,Kaum der Wind mit ungewissenSeufzern durch die Gassen lief,Gab mir Ruhe nicht das Kissen,Noch der Mohn, noch, was sonst tiefSchlafen macht, — ein gut Gewissen.Endlich schlug ich mir den SchlafAus dem Sinn und lief zum Strande.Mondhell war's und mild, — ich trafMann und Kahn auf warmem Sande,Schlafrig beide, Hirt und Schaf: —Schlafrig stiess der Kahn vom Lande.Eine Stunde, leicht auch zwei,Oder war's ein Jahr? — da sankenPlotzlich mir Sinn und GedankenIn ein ew'ges Einerlei,Und ein Abgrund ohne SchrankenThat sich auf: — da war's vorbei!Morgen kam: auf schwarzen TiefenSteht ein Kahn und ruht und ruht…Was geschah? so rief's, so riefenHundert bald: was gab es? Blut? —Nichts geschah! Wir schliefen, schliefenAlle — ach, so gut! so gut!Liebeserklarung(bei der aber der Dichter in eine Grube fiel)Oh Wunder! Fliegt er noch?Er steigt empor, und seine Flugel ruhn?Was hebt und tragt ihn doch?Was ist ihm Ziel und Zug und Zugel nun?Gleich Stern und EwigkeitLebt er in Hohn jetzt, die dasLeben flieht, Mitleidig selbst dem Neid —:Und hoch flog, wer ihn auch nur schweben sieht!Oh Vogel Albatross!Zur Hohe treibt's mit ew'gem Triebe mich.Ich dachte dein: da flossMir Thran' um Thrane, — ja, ich liebe dich!Lied eines theokritischen Ziegenhirten.