Den ihnen leisten sollte Siegfried der Degen gut. Er konnt es nicht vollbringen: Sie hatten zornigen Mut. (96) * “So musst er ungeteilet den Schatz lassen stehn. Da bestritten ihn die Degen in der zwei Könge Lehn. Mit ihres Vaters Schwerte, das Balmung war genannt, Stritt ihnen ab der Kühne den Hort und Nibelungenland. (97) “Da hatten sie zu Freunden kühne zwölf Mann, Das waren starke Riesen: Was konnt es sie verfahn? Die erschlug im Zorne Siegfriedens Hand Und siebenhundert Recken zwang er vom Nibelungenland (98) “Mit dem guten Schwerte, das Balmung war genannt. Viel der jungen Degen, vom Schrecken übermannt, Den vor dem Schwert sie hatten und vor dem kühnen Mann, Das Land mit den Burgen machten sie ihm untertan. (99) “Dazu die reichen Könige, die schlug er beide tot; Er kam durch Alberichen darauf in große Not: Der wollte seine Herren rächen allzuhand, Eh er die große Stärke noch an Siegfrieden fand. (100) “Da war ihm nicht gewachsen der gewaltge Zwerg: Wie die wilden Leuen liefen sie an den Berg, Als er die Tarnkappe Albrichen abgewann. Da war des Herr des Hortes Siegfried der furchtbare Mann. (101) “Die sich getraut zu fechten, die lagen all erschlagen: Er ließ den Hort wieder nach dem Berge tragen, Woraus ihn erst genommen die in Niblungs Bann: Alberich der starke das Amt des Kämmrers gewann. (102) “Erst musst ihm Eide schwören, er dien ihm als sein Knecht, Mit allerhand Diensten ward er ihm gerecht,” So sprach von Tronje Hagen: “Das hat der Held getan: Also große Kräfte nie mehr ein Recke gewann. (103) Noch ein Abenteuer ist mir von ihm bekannt: Einen Linddrachen schlug des Helden Hand; Da er im Blut sich badete, ward hörnern seine Haut: Nun versehrt ihn keine Waffe: Das hat man oft an ihm geschaut. (104) Drum rat ich, dass den Jüngling man wohl empfangen soll, Damit wir nicht verdienen des schnellen Recken Groll; Er ist so schön von Wuchse, man seh ihn freundlich an: Er hat mit seinen Kräften so manche Wunder getan.” (105) * Da sprach der reiche König: “Fürwahr, du hast wohl recht. Wie ritterlich er dasteht, als gält es ein Gefecht, Dieser kühne Degen und die in seinem Lehn! Wir wollen ihm entgegen hinab zu dem Recken gehn.” (106) * “Das mögt ihr,” sprach da Hagen, “mit allen Ehren schon: Er ist von edelm Stamme, eines reichen Königs Sohn; Auch hat er die Gebärde, mich dünkt, beim Herren Christ, Es sei nicht kleine Märe, warum er hergeritten ist.” (107) Da sprach des Landes König: “Nun sei er uns willkommen, Er ist kühn und edel, das hab ich wohl vernommen: Des soll er genießen in Burgondenland.” Da ging der König Gunther hin wo er Siegfrieden fand. (108) Der Wirt und seine Gäste empfingen so den Mann, Dass wenig an dem Gruße gebrach, den er gewann; Des neigte sich vor ihnen der Degen ausersehn, Weil ihm so recht freundlich die Grüße waren geschehn. (109) “Mich wundert,” sprach der König Gunther allzuhand, “Woher ihr, edler Siegfried, gekommen in dies Land, Oder was ihr suchen wollet zu Wormes an dem Rhein?” Da sprach der Gast zum König: “Das soll euch unverholen sein. (110) Ich habe sagen hören in meines Vaters Land, An euerm Hofe wären (das hätt ich gern erkannt) Die allerkühnsten Recken (so hab ich oft vernommen), Die je gewann ein König: Darum bin ich hieher gekommen. (111) So hör ich auch euch selber Mannheit zugestehn, Man habe keinen König noch so kühn gesehn. Das rühmen viel die Leute über allem diesem Land: Nun kann ichs nicht verwinden, bis ich die Wahrheit befand. (112)
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