Es dürfen andrer tausend zum Streite nimmer uns nahn.” (353) “Die Märe wüsst ich gerne,” der König sprach da so, “Eh wir von hinnen führen (des wär ich herzlich froh), Was wir für Kleider sollten vor Brunhilden tragen, Die uns geziemen möchten: Siegfried, das sollst du mir sagen.” (354) “Die allerbesten Kleider, die man irgend fand, Trägt man zu allen Zeiten in Brunhildens Land: Drum lasst uns reiche Kleider vor der Frauen tragen, Dass wir nicht Schande haben, hört man künftig von uns sagen.” (355) * Da sprach der gute Degen: “So geh ich selber dann Zu meiner lieben Mutter, ob ichs erbitten kann, Dass uns Gewand bereite der schönen Mägdlein Hand, So wir mit Ehren tragen in der hehren Jungfrau Land.” (356) * Da sprach von Tronje Hagen mit herrlichen Sitten: “Was wollt ihr eure Mutter um solche Dienste bitten? Lasst eure Schwester hören was euer Sinn begehrt, So werden ihre Dienste zu dieser Hoffahrt euch gewährt.” (357) Da entbot er seiner Schwester, er wolle sie sehn, Und auch der Degen Siegfried. Bevor das war geschehn, Da hatte sich die Schöne geschmückt mit reichem Kleid: Dass die Herren kamen schuf ihr wenig Herzeleid. (358) Da war auch ihr Gesinde geschmückt nach seinem Stand. Die Fürsten kamen beide; kaum war es ihr bekannt, Da erhob sie sich vom Sitze: wie züchtig sie da ging, Als sie den edeln Fremdling und ihren Bruder empfing. (359) “Sei willkommen, Bruder und der Geselle dein. Nun möcht ich gerne hören,” sprach das Mägdelein, “Was euch Herrn geliebet, dass ihr zu Hofe kommt: Nun lasst mich bald erfahren, was euch edeln Recken frommt.” (360) Da sprach der König Gunther: “Frau, ich wills euch sagen. Wir müssen große Sorge bei hohem Mute tragen: Wir wollen werben reiten fern in fremdes Land, Und möchten zu der Reise haben zierlich Gewand.” (361) “Nun sitzet, lieber Bruder,” sprach das Königskind, “Und lasst mich erst erfahren, wer die Frauen sind, Die ihr gedenkt zu minnen in fremder Könge Land?” Die Auserwählten beide nahm die Fraue bei der Hand; (362) Da ging sie mit den beiden hin, wo sie eben saß, Zu einem reichen Polster, wohl vernahm ich das, Gewirkt mit guten Bildern, in Golde wohl erhaben: Sie mochten bei den Frauen gute Kurzweile haben. (363) Freundliche Blicke und gütliches Sehn, Das mochte von den beiden viel hin und her geschehn. Er trug sie in dem Herzen, sie war ihm wie sein Leib; Bald ward die schöne Kriemhild des kühnen Siegfriedes Weib. (364) * Da sprach der reiche König: “Viel liebe Schwester mein, Ohne eine Hilfe kann es nimmer sein: Wir wollen abenteuern in Brunhildens Land, Da müssen wir vor Frauen tragen herrlich Gewand.” (365) * Da sprach die Jungfraue: “Viel lieber Bruder mein, Kann euch an meiner Hilfe dabei gelegen sein, So sollt ihr inne werden, dass ich dazu bereit, Und tus mit gutem Willen,” sprach die wonnigliche Maid. (366) * Ihr sollt mich, edler Ritter, nicht in Sorgen bitten, Ihr sollt mir gebieten mit herrlichen Sitten; Was euch von mir gefalle, ich bin dazu bereit, Und tus mit gutem Willen,” sprach die wonnigliche Maid. (367) * “Wir wollen, liebe Schwester, tragen gut Gewand: Das soll uns schaffen helfen eure edle Hand. Lasst eure Mägdlein sorgen, dass es uns herrlich steht, Da man uns diese Reise doch vergebens widerrät.” (368) Da sprach die Jungfraue: “Nun merkt die Rede mein: Wir haben selber Seide: nun schafft, dass man Gestein Uns auf den Schilden bringe, so wirken wir das Kleid.” Dazu war König Gunther und Siegfried gerne bereit. (369)
Добавить отзыв
ВСЕ ОТЗЫВЫ О КНИГЕ В ИЗБРАННОЕ

2

Вы можете отметить интересные вам фрагменты текста, которые будут доступны по уникальной ссылке в адресной строке браузера.

Отметить Добавить цитату