nur erdenklichen Vorkehrungen getroffen. Das Tier wird vom Flughafen direkt zur Prufstelle gebracht, wo seine Papiere sorgfaltig kontrolliert werden. ' Meine Worte stie?en auf ein Achselzucken, das mir nicht recht behagte.

Aber ich lie? mich von meinem Weg nicht abbringen. Die folgenden drei Tage waren schwierig. Das Mi?trauen meiner Frau wuchs im gleichen Ma?e und mit der gleichen Geschwindigkeit wie das des Hundebesitzers. Er wollte nichts davon horen, da? ich Franzi meiner Tochter zum Geburtstag schenken wollte. Am dritten Tag meinte er, das seien alles faule Ausreden. Als ich mich beleidigt entfernen wollte, warf er mir die arme Franzi uber den Gartenzaun nach. Ich streichelte sie zur Beruhigung, warf sie zuruck und rannte schnell davon.

Inzwischen war auch die Geduld meiner Frau restlos verbraucht. Sie verlangte, nun endlich das Ergebnis meiner langen Bemuhungen zu sehen.

Als ich Franzi abholen wollte, wartete sie vor dem Zaun. Ihr Besitzer hatte sie davongejagt. Ich kaufte ihr ein Lederhalsband mit hubscher Metallverzierung und brachte sie nach Hause zu meiner Familie. Hier habt ihr Franzi, gerade aus der Schweiz angekommen. ' Die Wirkung war uberwaltigend. , Ein wunderschones Tier', meinte die beste Ehefrau von allen.

Wirklich, es hat sich gelohnt, so lange zu warten. ' Auch die Kinder freundeten sich sofort mit Franzi an. Sie wurde im Handumdrehen zum Liebling der ganzen Familie. Und sie erwidert die Zuneigung, die wir ihr entgegenbringen. Ihr Schwanzchen ist pausenlos in freudiger Bewegung, aus ihren kleinen Augen funkelt unglaubliche Klugheit. Manchmal habe ich das Gefuhl, als wurde sie in der nachsten Sekunde zu sprechen anfangen. Ich kann nur hoffen, da? mich dieses Gefuhl tauscht.

Su?e Mich fur Pussy

Eines Tages fand meine Frau an einer Stra?enecke ein kleines verlassenes Katzchen. Sie nahm es mit nach Hause, um es zu pflegen. Wir nannten es Pussy. Da Pussy ziemlich verhungert aussah, stellten wir ihr einen gro?en Teller mit su?er Milch hin. Aber Pussy wollte anscheinend keine Milch. Sie schnupperte nur kurz daran. Da Pussy noch sehr klein war, beschlossen wir, es mit einer Milchflasche zu versuchen. Vielleicht konnte sie noch nicht aus einem Teller trinken?

„Das trifft sich gut' sagte ich zu meiner Frau. „Wir haben fur Amir acht Milchflaschen im Haus... '

„Was fallt dir ein' unterbrach sie mich. „Wir konnen doch Amirs Flaschen nicht fur eine Katze nehmen. Geh hinunter in die Apotheke und kauf fur Pussy ein eigenes Schnullerflaschchen. ' „Das kannst du nicht von mir verlangen' entgegnete ich ihr entsetzt. „Und warum nicht?' „Weil ich mich schame. Ich bin ein erwachsener Mensch und noch dazu ein beruhmter Schriftsteller. Ich kann doch nicht in eine Apotheke gehen und ein Schnullerflaschchen fur eine Katze verlangen. Die Leute werden mich auslachen!' „Unsinn', antwortete meine Frau. „Geh endlich!' Ich ging, war aber fest entschlossen, niemandem zu sagen, fur wen das Flaschchen in Wirklichkeit bestimmt war. „Ein Milchflaschchen bitte', verlangte ich in der Apotheke. „Wie geht es dem kleinen Amir' fragte der Apotheker. „Danke sehr, gut. Er wiegt bereits zwolf Pfund. ' „Gro?artig. Und was fur eine Flasche darf ich Ihnen geben?' „Die billigste', antwortete ich.

Um mich herum verstummten alle Gesprache. Die Leute starrten mich an. Auch vom Gesicht des Apothekers war das freundliche Lacheln verschwunden. Er sagte:

„Ich mochte Sie nur darauf aufmerksam machen, da? diese billigen Flaschen sehr leicht zerbrechen. '

„Das macht nichts', sagte ich ohne Zogern. „Dann klebe ich sie eben wieder zusammen. '

Der Apotheker drehte sich achselzuckend um und holte eine gro?ere Auswahl von Babyflaschchen herbei. Alle sahen sehr teuer aus. Erst zum Schlu? zeigte er mir ein kleines braunes Flaschchen. Ich nahm alle Kraft zusammen: „Geben Sie mir bitte dieses. ' Wieder starrten mich die Leute schweigend an. Dieses Schweigen wurde erst von einer dicklichen Dame unterbrochen: Es geht mich ja nichts an', sagte sie. „Aber wenn Sie schon sparen mussen, dann sparen Sie wenigstens nicht an Ihrem Sohn. Fur ein Kind ist das Beste gerade gut genug. Glauben Sie mir. ' Ich tat, als hatte ich nichts gehort, und erkundigte mich nach den Preisen. Das kleine braune Flaschchen, das ich ausgewahlt hatte, kostete wesentlich weniger als die anderen. „Mein kleiner Junge ist ein wenig temperamentvoll', sagte ich stotternd. „Er schlagt alles kaputt. Es ware sinnlos, eine teure Flasche fur ihn zu kaufen. ' „Aber wieso denn', meinte der Apotheker. „Sie mussen das Baby beim Trinken nur richtig festhalten. Dann kann uberhaupt nichts passieren. '

Pussy kam mir in den Sinn, wie ich sie auf dem Arm hielt und ihr das Flaschchen gab. Doch meine Uberlegungen wurden von der dicken Frau unterbrochen:

„Sie konnen wohl nicht mit Kindern umgehen ? Da ist es am besten, ich verschaffe ihnen ein gutes Kindermadchen. Zufallig habe ich die Telefonnummer bei mir. '

Und schon rannte sie zum Telefon. Mir blieb nur noch die Hoffnung, da? das Kindermadchen nicht zu Hause war. Sie war aber zu Hause. Die Frau teilte mir mit, da? das Kindermadchen bereit sei, morgen um elf Uhr bei mir vorbeizukommen. „Um elf Uhr bin ich nicht da', sagte ich. „Und um eins?'

»Um eins bin ich mit meiner Frau in der Fechtstunde. ' „Dann vielleicht um zwei?' „Da schlafen wir. ' „Um sechs Uhr?' „Da erwarten wir Gaste!'

„Das hat man nun davon, wenn man helfen will', rief die Frau wutend. „Dabei hatte Sie dieser Besuch uberhaupt nichts gekostet, wie Sie in Ihrem Geiz sicher geglaubt haben!' Bosartig starrten mich die Menschen an. Aus dem Hintergrund kam die eisige Stimme des Apothekers: „Soll ich Ihnen also die billige braune Flasche einpacken?' Ich nickte. Im Stillen gelobte ich mir, sollte ich jemals lebend aus dem Laden herauskommen, wollte ich ein Heim fur verlassene Katzen stiften.

Der Apotheker unternahm einen letzten Bekehrungsversuch: „Sehen Sie sich nur diesen billigen Gummischnuller an. Er dehnt sich schon nach kurzem Gebrauch aus, und das Kind kann daran ersticken. Au?erdem futtert man mit diesen billigen Flaschen keine Babys, sondern Katzen!' Das war zuviel fur mich. Ich war am Ende. „Geben Sie mir die beste Flasche, die Sie haben', sagte ich leise zu dem Apotheker.

Ich verlie? den Laden mit einer Babyflasche, die fur zwei Jahre Garantie hatte und acht Mark funfzig kostete. „Warum mu?test du Idiot nur die teuerste Flasche kaufen', fragte meine Frau, als sie die kleine Kostbarkeit auspackte. „Weil man als verantwortungsbewu?ter Mensch an allem sparen darf, nur nicht an seinen Katzen' antwortete ich.

Schwierigkeiten mit der Dressur

Franzi hat die Herrschaft uber unseren Haushalt ubernommen. Beim ersten Morgengrauen springt sie in unser Ehebett, schleckt uns wach und beginnt, an den herumliegenden Gegenstanden zu kauen. Ihren kleinen, spitzen Zahnchen sind bereits mehrere Hausschuhe und Bettvorleger, ein Radio, ein Kabel und einige Bucher zum Opfer gefallen. Als sie an den Fu?en meines Schreib-tischs zu knabbern begann, warf ich sie aus dem Zimmer. Seitdem kommt sie standig zu mir.

„Ephraim', fragte die beste Ehefrau von allen, „bist du dir sicher, da? wir unseren Hund richtig dressieren?' Auch ich hatte schon ofter daran gezweifelt. Franzi verbringt den gro?ten Teil des Tages auf unseren Sesseln oder in unseren Betten. Sie empfangt jeden Fremden, der an der Tur erscheint, mit freundlichem Schwanzwedeln und bellt nur, wenn meine Frau sich an das Klavier setzt. Uberdies wird sie immer dicker, da die Kinder sie standig mit Kuchen und Schokolade futtern. Und das Schlimmste ist: Wir konnen es ihr nicht abgewohnen, auf den Teppich oder anderswohin zu pinkeln. „Vielleicht sollten wir sie abrichten lassen', antwortete ich daher meiner Frau. Dieser Einfall kam mir, als ich den deutschen Schaferhund Zulu sah, der in unserer Stra?e wohnt. Er kommt taglich zweimal mit Dragomir, dem bekannten staatlich gepruften Hundetrainer, an unserem Haus vorbei.

„Geh und rede mit Dragomir', murmelte meine Frau. Dragomir, ein untersetzter Mann in mittleren Jahren, versteht die Sprache der Tiere. Mit den Menschen hat er allerdings Verstandigungsschwierigkeiten. Er lebt erst seit drei?ig Jahren in Israel und kann sich nur in seiner kroatischen Muttersprache flie?end ausdrucken. „Was ist das?' fragte er bei Franzis Anblick. „Wo haben Sie es genommen her?'

Добавить отзыв
ВСЕ ОТЗЫВЫ О КНИГЕ В ИЗБРАННОЕ

0

Вы можете отметить интересные вам фрагменты текста, которые будут доступны по уникальной ссылке в адресной строке браузера.

Отметить Добавить цитату