Man konnte fließen sehen den blutroten Bach Durch die lichten Helme von Siegfriedens Hand, Bis er Lüdegeren vor seinen Heergesellen fand. (209) Dreimal die Wiederkehre hatt er nun genommen Bis an des Heeres Ende; da war auch Hagen kommen: Der half ihm wohl erfüllen im Kampfe seien Mut. Da musste bald ersterben vor ihnen mancher Ritter gut. (210) Als der starke Lüdeger Siegfrieden fand, Wie er so erhaben trug in seiner Hand Balmung den guten und da so manchen schlug, Darüber ward der Degen erzürnt und grimmig genug. (211) Da gab es stark Gedränge und großen Schwerterklang, Als ihr Ingesinde aufeinander drang: Da versuchten desto grimmer die beiden Recken sich; Die Scharen wichen beide: Der Zorn wurde fürchterlich. (212) Dem Vogt vom Sachsenlande war es wohl bekannt, Sein Bruder sei gefangen, drum war er zornentbrannt; Auch wusst er, ders vollbrachte, sei der Sieglinden-Sohn. Man zeihte des Gernoten; doch bald befand es sich schon. (213) Da schlug so starke Schläge König Lüdgers Schwert, Dass ihm unterm Sattel strauchelte das Pferd; Doch bald erhob sichs wieder. Der kühne Siegfried auch, Der gewann in dem Sturme einen furchtbaren Brauch. (214) Ihm half dabei Herr Hagen wohl und Gerenot, Dankwart und Volker: da lagen viele tot. Sindolt und Haunolt und Ortwein der Degen, Die konnten in dem Streite zum Tote manchen niederlegen. (215) Untrennbar in dem Sturme waren die Fürsten hehr. Über die Helme fliegen sah man da manchen Speer Durch die lichten Schilde von der Helden Hand; Da sah man blutgerötet manchen schönen Schildesrand. (216) In dem starken Sturme ließ sich mancher Mann Nieder von den Rossen. Einander liefen an Siegfried der kühne und König Lüdeger; Da sah man Schäfte fliegen und manchen schneidigen Speer. (217) Der Schildbeschlag des Königs zerbrach vor Siegfrieds Hand Sieg zu erwerben dachte der Held von Niederland An den kühnen Sachsen; sie litten Ungemach. Hei! Was da lichte Panzer der kühne Dankwart zerbrach! (218) Da hatte König Lüdeger auf einem Schild erkannt Eine gemalte Krone vor Siegfriedens Hand: Da wusst er wohl, er kämpfe mit dem kräftgen Mann: Laut auf zu seinen Freunden der Held zu rufen begann: (219) “Begebet euch des Streites, ihr all in meinem Bann! Den Sohn Siegmundens traf ich hier an, Siegfried den starken, den hab ich hier erkannt; Den hat der böse Teufel her zu den Sachsen gesandt.” (220) Er gebot die Fahne nieder zu lassen in dem Streit. Friedens er begehrte: der ward ihm nach der Zeit. Doch musst er Geisel werden in König Gunthers Land: Das hat an ihm erzwungen König Siegfriedens Hand. (221) Nach allgemeinem Rate ließ man ab vom Streit: Viel der zerschlagnen Helme und der Schilde breit Legten sie aus Händen; so viel man deren fand, Sie waren blutgerötet von der Burgonden Hand. (222) Sie fingen wen sie wollten, sie hatten volle Macht. Gernot und Hagen, die schnellen hatten Acht, Dass man die Wunden bahrte; da führten sie hindann Gefangen nach dem Rheine der Kühnen fünfhundert Mann. (223) Die sieglosen Recken zum Dänenlande ritten. Da hatten auch die Sachsen so tapfer nicht gestritten, Dass sie sich Lob erworben: Das War den Helden leid. Da beklagten ihre Freunde die Gefallnen in dem Streit. (224) Sie ließen ihre Waffen aufsäumen nach dem Rhein. Es hatte wohl geworben mit den Händen sein Siegfried der Recke, er hatt es wohl vollbracht:
Добавить отзыв
ВСЕ ОТЗЫВЫ О КНИГЕ В ИЗБРАННОЕ

2

Вы можете отметить интересные вам фрагменты текста, которые будут доступны по уникальной ссылке в адресной строке браузера.

Отметить Добавить цитату