“Ander Ingesinde nehmt zu eurer Fahrt: Ihr werdet ja wohl kennen deren von Tronje Art. Wir müssen bei den Königen am Hofe hier bestehn, Und denen ferner dienen, deren Dienst mir stets versehn.” (720) Sie ließen es bewenden und schickten sich hindann, Ihr edel Ingesinde Kriemhild zu sich gewann, Zweiunddreißig Mägdelein und fünfhundert Mann; Eckewart der Markgraf zog mit Kriemhilden hindann. (721) Da nahmen alle Urlaub, Ritter so wie Knecht, Mägdelein und Frauen, so war es gut und recht. Sie schieden unter Küssen voneinander unverwandt Und jene räumten fröhlich dem König Gunther das Land. (722) Die Freunde sie geleiteten fern auf ihren Wegen. Man ließ allenthalben ihnen Nachtherberge legen Wo sie die nehmen wollten in der Könge Land. Da wurden bald auch Boten zu König Siegmund gesandt, (723) Dass er wissen möge und auch Frau Siegelind, Sein Sohn wolle kommen mit Frau Utens Kind, Kriemhild der schönen, von Wormes über Rhein: Diese Mären konnten ihnen nicht willkommner sein. (724) “O wohl mir,” sprach da Siegmund, “dass ich den Tag soll sehn, Dass die schöne Kriemhild hier soll gekrönet gehn! Das steigert mir im Werte noch all das Erbe mein: Mein Sohn Siegfried soll selber hier König sein.” (725) Da gb ihnen Sieglind Kleider sametrot Und schweres Gold und Silber, das war ihr Botenbrot. Sie freute sich der Märe, die man ihr hergesandt; Sie kleidet' ihr Gesinde mit allem Fleiß nach seinem Stand. (726) Man sagte, wer da käme mit ihm in das Land. Da ließ sie das Gestühle errichten gleich zur Hand, Wo er vor seinen Freunden gekrönet sollte gehn. Entgegen ritten ihnen die in König Siegmunde Lehn. (727) Wer besser ward empfangen, mir ist es unbekannt, Als die Helden wurden in Siegmundens Land. Kriemhilden die schöne Sieglind entgegenritt; Viel schöner Frauen und kühner Ritter zogen mit (728) Wohl eine Tagesreise bis man die Gäste sah. Die Heimischen und Fremden litten Beschwerde da, Bis sie endlich kamen zu einer Veste weit, Die war geheißen Santen, wo die Krone trugen nach der Zeit. (729) Mit lachendem Munde Siegmund und Siegelind Manche liebe Weile küssten sie Utens Kind Und Siegfried den Degen; ihnen war ihr Leid benommen. All ihr Ingesinde war ihnen höchlich willkommen. (730) Man ließ die Gäste bringen vor König Siegmunds Saal. Die schönen Jungfrauen hub man allzumal Von den Mähren nieder: Da war mancher Mann, Der den schönen Frauen mit Fleiß zu dienen begann. (731) * So prächtig ihre Hochzeit am Rheine war bekannt, Doch gab man hier den Helden besseres Gewand Als sie jemals trugen in allen ihren Tagen. Man mochte große Wunder von ihrem Reichtume sagen. (732) In hoher Ehren Schimmer hatten sie genug, Goldrote Kleider immer ihr Ingesinde trug: Edel Gestein und Borten sah man gewirkt darin. So verpflag sie fleißig Sieglind, die edle Königin. (733) Da sprach von seinen Freunden der König Siegmund: “Siegfried Verwandten tu ichs allen kund, Er soll vor diesen Recken meine Krone tragen.” Die Märe hörten gerne die von Niederlanden sagen. (734) Er befahl ihm seine Krone mit Gericht und Land: Da war er Herr und König. Wenn er den Rechtsspruch fand Und wenn er richten sollte, das wurde so getan, Dass man nicht wenig fürchtete der schönen Kriemhilde Mann. (735) In diesen hohen Ehren lebt' er, das ist wahr,
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