Und mein Gold das rote. Dass ich je ward geboren Muss ich sehr beklagen. Entlädst du König hehr Mich nicht der großen Schande, so minn ich dich nimmer mehr.” (878) Da sprach König Gunther: “Lasst Siegfried zu uns gehn. Hat er sichs gerühmet, so muss ers eingestehn, Oder muss es leugnen, der Held aus Niederland.” Da ward der kühne Siegfried bald hin zu ihnen gesandt. (879) Als Siegfried der Degen die Unmutvollen sah, Und von dem Grund nicht wusste, balde sprach er da: “Was weinen diese Frauen? Das macht mir doch bekannt: Oder wessentwillen habt ihr Herrn nach mir gesandt?” (880) Da sprach König Gunther: “Groß Herzleid sind ich hier. Eine Märe sagte meine Frau Brunhilde mir: Du hast dich gerühmet, du wärst ihr erster Mann; So spricht dein Weib Kriemhilde: Hast du Degen das getan?” (881) “Niemals,” sprach da Siegfried; “und hat sie das gesagt, Nicht eher will ich ruhen, bis sie es schwer beklagt; Auch will ich es erhärten vor deinem ganzen Bann Mit meinen hohen Eiden, dass ich die Rede nicht getan.” (882) Da sprach der Fürst vom Rheine: “Wohlan, das zeige mir: Der Eid, den du geboten, geschieht der gleich allhier, Aller falschen Dinge lass ich dich ledig gehn.” Man sah in einem Ringe die von Burgonden stehn. (883) Da bot der kühne Siegfried zum Eide bin die Hand. Da sprach der reiche König: “Jetzt hab ich wohl erkannt, Dass ihr hieran unschuldig; ihr sollt des ledig gehn: Des euch zieh Kriemhilde, es ist nicht von euch geschehen.” (884) Da sprach wieder Siegfried: “Und kommt es ihr zu Gut, Dass deinem schönen Weibe sie so betrübt den Mut, Das wäre mir wahrlich aus der Maßen leid.” Da blickten zueinander die Ritter kühn udn allbereit. (885) “Man soll so Frauen ziehen,” sprach Siegfried der Degen, “Dass sie üppge Reden lassen unterwegen; Verbiet es deinem Weibe, ich will es meinem tun. Solchen Übermutes in Wahrheit schäm ich mich nun.” (886) Viel schöne Frauen wurden durch Reden schon entzweit. Da zeigte Brunhilde solche Traurigkeit, Dass es erbarmen musste die in Gunthers Bann: Da kam von Tronje Hagen zu der Königin heran. (887) Er fragte was ihr wäre, weil er sie weinend fand; Sie sagt' ihm die Märe. Er gelobt' ihr gleich zur Hand, Dass es büßen solle der Kriemhilde Mann, Oder amn treff ihn nimmer unter Fröhlichen an. (888) Über die Rede kamen Ortwein und Gernot, Allda die Helden rieten zu Siegfriedens Tod. Dazu kam auch Geiselher, der schöne Ute Kind. Als er die Rede hörte, sprach der Getreue geschwind: (889) “Weh, ihr guten Recken, warum tut ihr das? Siegfried ja verdiente niemals solchen Hass, Dass er darum verlieren Leben sollt und Leib: Auch sind es viel Dinge, um die wohl zürnet ein Weib.” (890) “Sollen wir Gäuche ziehen?”, sprach Hagen dagegen, “Das brächte wenig Ehre solchen guten Degen. Dass er sich rühmen durfte der lieben Frauen mein, cih will des Todes sterben oder es muss gerochen sein.” (891) Da sprach der König selber: “Er hat uns nichts getan Außer Lieb und Ehre: So leb er denn fortan. Was sollt ich denn dem Recken hegen solchen Hass? Er zeigt uns immer Treue, gar williglich tat er das.” (892) Da begann von Metze der Degen Ortwein: “Wohl kann ihm hier nicht helfen die große Stärke sein. Erlaubt es mir mein Herre, ich tu ihm alles Leid.” Da waren ihm die Helden ohne Grund zu schaden bereit. (893) Dem folgte dennoch niemand, außer dass Hagen Alle Tage pflegte zu Gunthern zu sagen: “Wenn Siegfried nicht mehr lebte, ihm würden untertan
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