zu tun?“ Er warf die Arme wieder hoch, und sie brullten begeistert.

„Die Konigin hat euch euer Geburtsrecht wiedergegeben!“

„Ja!“

„Seid ihr Manner?“

„Ja! Ja!“

„Werdet ihr kampfen?“

„Ja!“

„Gegen die Edlen fur eure Konigin?“

„Ja! Ja!“

Immer lauter wurde das Brullen. Die Bettler begannen herumzuhupfen, die Manner griffen nach den Frauen unter ihnen und wirbelten sie herum.

„Habt ihr Waffen?“ brullte Tuan.

„Ja!“ Dolche stie?en glanzend in die Hohe.

„Dann sturmt aus dem Haus und durch das Sudtor der Stadt.

Die Konigin wird euch Proviant und Zelte geben! Dann setzt euch in Marsch zum Bredenfeld und wartet dort auf die Edlen!

Und jetzt geht! Geht! Fur die Konigin!“

„Fur die Konigin!“

Tuan schnippte mit den Fingern. Die Trommel drohnte.

„Signal! Gallowglass!“

Rod legte das Horn an die Lippen und schmetterte das Signal.

Die Menge verteilte sich auf die Zimmer und Schlafraume, wo sie ihre Waffen und Beuteln holte.

„Geschafft!“ Tuan sprang von der Brustung auf die Galerie. „In zwei Tagen haben sie das Bredenfeld erreicht!“ Er grinste und schlug Tom auf die Schulter. „Wir haben es geschafft, Tom!“

„Puh!“ keuchte Tuan, als Tom ihn wieder loslie?. Er wandte sich an Rod. „Geht Ihr, Freund Gallowglass, zur Konigin, damit sie ihren Soldaten die notigen Befehle erteilt. Ersucht sie, Fleisch, Brot, Bier und Zelte an die Bettler verteilen zu lassen. Und seht zu, da? diese Halunken in die Verliese der Konigin geworfen werden.“ Er deutete auf die vier Baumelnden. „Lebt wohl!“ Und schon sprang er die Stufen hinunter.

„Heh, wartet!“ brullte Rod ihm nach. „Was habt Ihr vor?“

„Ich mu? meine Leute zum Bredenfeld begleiten“, rief Tuan zuruck, „sonst plundern sie unterwegs alles kahl wie die Heuschrecken und bringen sich bei der Verteilung der Beute auch noch um. Versichert Catherine meiner…“ Ein Schatten huschte uber sein Gesicht. „… Loyalitat.“

Und schon rannte er dem Mob voran, der aus dem Tor quoll.

Rod und Tom tauschten einen Blick aus, dann eilten sie zum flachen Dach hoch, von wo aus sie die singende Meute beobachteten, die Tuan folgte.

„Glaubst du, er braucht Hilfe?“ murmelte Rod.

Tom starrte ihn erstaunt an. „Er, Herr? Nein, wohl eher, die, die sich gegen ihn stellen wollen, mit dieser Armee in seinem Rucken.“

„Aber er ist nur einer, Tom! Einer, der zweitausend korperliche und seelische Kruppel fuhrt!“

„Zweifelt Ihr jetzt noch an seinen Kraften, Meister? Nach

allem, was Ihr hier gesehen und gehort habt?“

„Nein.“ Rod schuttelte den Kopf. „Es gibt mehr Hexerei in diesem Land, als ich ahnte, Tom.“

„Weckt die Konigin und sagt ihr, wir warten im Audienzsaal“, befahl Brom der eilig geweckten Leibmagd. „Schnell!“

Er schlug die Tur zu und drehte sich zum Kamin um, wo Rod mit Toby sa?, der mit nur einer Stunde Schlaf nach einer sehr ausgedehnten Hexenparty die Augen kaum offenzuhalten vermochte.

„Naturlich“, murmelte er mit dicker Stimme, „wollen wir der Konigin auf jede uns mogliche Weise helfen, aber was konnten wir in einer Schlacht schon nutzen?“

„Uberla? das mir.“ Rod lachelte. „Ich werde etwas fur euch zu tun finden. Du sorgst inzwischen dafur, da? die Hexen der Konigin sich auf dem Bredenfeld einfinden, sagen wir in…

Was meinst du, Brom O'Berin?“

„In drei Tagen. Wir brechen bei Morgengrauen auf und marschieren etwa drei Tage.“

Toby nickte. „Wir werden dort sein, meine Herren. Und nun, wenn Ihr mich entschuldigen wurdet?“ Er erhob sich, sank jedoch mit einem leisen Aufschrei auf den Stuhl zuruck und pre?te die Hande an den Kopf.

„Langsam, langsam, Junge. Ist wohl dein erster Kater?“

„O nein.“ Toby blickte Rod mit rotunterlaufenen Augen an.

„Aber es ist das erstemal, da? ich wach bin, wenn der Rausch sich zum Kater wandelt. Entschuldigt…“

Die Luft brauste in ihren Ohren, als sie den Raum einnahm, wo Toby sich gerade noch befunden hatte. Rod sah Brom kopfschuttelnd an. „Diese Teleporter!“

Der Zwerg runzelte die Stirn. „Tele-was?“

„Uh…“ Rod fluchte insgeheim uber seinen Ausrutscher. „Ich nehme an, er ist wieder in sein Bett zuruckgekehrt. Er kann also hier verschwinden und dort wieder erscheinen.“

„Ja, so schnell wie der Gedanke.“

Rod nickte. „Das wu?te ich, Und gerade das kann uns von Nutzen sein.“

„Was hast du mit ihnen vor, Rod Gallowglass?“

„Ich wei? es noch nicht. Vielleicht lasse ich sie Federn in die Rustungen der Ritter aus dem Suden zaubern. Dann sterben sie vor Lachen.“

„Du wei?t also noch gar nicht, wozu du sie einsetzen willst und befiehlst sie trotzdem auf das Schlachtfeld?“

„Ja. Ich glaube, ein wenig Hexerei kann manchmal recht nutzlich sein.“

„O ja.“ Brom lachelte verschmitzt. „Sie hat dir zweimal das Leben gerettet, nicht wahr?“

Rod starrte ihn an. „Sie? Wer, sie? Wen meinst du?“

„Gwendylon, wen sonst?“

„Du kennst sie? Ja, naturlich. Sie steht ja auf ziemlich gutem Fu? mit den Elfen, au?erdem hat sie dich auch geholt, uns aus dem Verlies zu befreien.“

„Sag mir, liebst du sie?“ fragte Brom plotzlich ernst.

„Lieben? Was geht das dich an?“

Brom winkte ungeduldig ab. „Es geht mich etwas an, lassen wir es dabei bewenden. Liebst du sie?“

„Ich lasse es nicht dabei bewenden!“ Rod richtete sich in seiner Ehre gekrankt auf.

„Ich bin der Elfenkonig!“ schnaubte Brom. „Geht mich da nicht alles an, was die machtigste Hexe in Gramayre betrifft?“

„Die machtigste Hexe von Gramayre?“ echote Rod erschrocken.

Brom lachelte sauerlich. „Wu?test du das nicht? Also, gestehe jetzt: liebst du sie?“

„Nun — uh — ich — uh, ich wei? es nicht.“ Rod stutzte den Kopf in beide Hande. „Ich meine — uh — es ist so plotzlich — ich…“

„Du mu?t doch schlie?lich wissen, ob du sie liebst oder nicht!“

knurrte Brom ungeduldig. „Kennst du denn dein eigenes Herz nicht?“

„Nun, da ist die Aorta, die Pulmonalklappe, die…“

„Ich will wissen, ob du sie liebst!“ donnerte Brom.

„Woher soll ich es wissen!“ brullte Rod genauso wutend zuruck. „Frag doch mein Pferd!“

Ein zitternder Page steckte den Kopf durch die Tur. „Meine Lords, Ihre Majestat, die Konigin!“

Rod und Brom wirbelten herum und verbeugten sich.

„Nun, Mylords“, sagte Catherine ungehalten und lie? sich beim Feuer nieder. „Welche wichtige Neuigkeit habt ihr, da? ihr mich so fruh aus den Federn rei?t?“

„Das Haus Clovis hat die Waffen ergriffen und marschiert sudwarts“, informierte Rod sie.

Catherine schlo? die Augen. „Der Himmel sei gepriesen!“

„Und Tuan Loguire!“ sagte Rod.

Sie starrte ihn an. „Ja, und Tuan Loguire“, echote sie widerstrebend.

„Ihr mu?t sie mit Proviant versorgen, damit sie unterwegs nicht das Land plundern. Und ein Kurier sollte die

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