Sollt ihr wohl empfangen und sollt ihn des gewähren, Entgegen ihm zu reiten vor Wormes ans Gestad. Das ists warum der König mit allen Treuen euch bat.” (576) “Das will ich gern vollbringen,” sprach die schöne Magd: “Worin ich ihm kann dienen, das ist ihm unversagt. Mit freundlicher Treue sei all sein Wunsch getan.” Da mehrte sich die Farbe, die sie vor Liebe gewann. (577) Nie sah man eines Fürsten Boten so wohl empfan: Wenn sie ihn küssen durfte, sie hätt es gern getan; Minniglich er anders doch von der Frauen schied. Da taten die Burgonden wie der Bote ihnen riet. (578) * Sindolt und Haunolt und Rumolt der Degen, Großer Unmuße mussten sie da pflegen, Als sie die Sitze richteten vor Wormes an dem Stand: Die Schaffner des Königs man sehr beflissen da fand. (579) * Ortewein und Gere säumten auch nicht mehr, Sie sandten nach den Freunden allwärts umher, Die Hochzeit zu verkünden, die da sollte sein; Der zierten sich entgegen die viel schönen Mägdelein. (580) Der Pallas und die Wände waren überall Verziert der Gäste wegen; König Gunthers Saal Wurde wohl gezimmert durch manchen fremden Mann; Das große Hofgelage mit hohen Freuden begann. (581) Da ritten allenthalben die Wege durch das Land Der drei Könge Freunde; die hatte man besandt, Dass sie empfangen helfen die da sollten kommen: Da wurden aus der Lade reicher Zeuche viel genommen. (582) Da brachte man die Kunde, dass man schon reiten sah Brunhildens Heergesellen: Gedränge gab es da Von des Volkes Menge in Burgondenland. Hei! Was man kühner Degen da zu beiden Seiten fand! (583) * Da sprach die schöne Kriemhild: “Ihr meine Mägdelein, Die nun bei dem Empfange mit mir wollen sein, Die suchen aus den Kisten ihr allerbest Gewand: So wird uns Lob und Ehre von den Gästen zuerkannt.” (584) Da kamen auch die Recken, die ließen tragen dar Herrliche Sättel, von rotem Golde klar, Dass drauf die Frauen ritten von Wormes an den Rhein: Besser Pferdgeräte konnte wohl nimmer sein. (585) Wie warf da von den Mähren das lichte Gold den Schein! Es glänzte von den Zäumen mancher Edelstein; Die goldnen Sattelschemel auf lichten Zeugen gut Brachte man den Frauen; sie hatten fröhlichen Mut. (586) * Die Frauenpferde standen auf dem Hof bereit, Wie ich euch schon bekannte, für manche edle Maid; Sie schmalen Brustriemen sah man die Mähren tragen Von der besten Seide, davon man jemals hörte sagen. (587) Sechsundachtzig Frauen zogen da heran, Die Kopfbinden trugen; zu Kriemhilden dann Kamen die Schönen in ihrem reichen Kleid; Da kam auch wohl gezieret gar manche waidliche Maid. (588) * Fünfzig und Viere aus Burgondenland: Das waren auch die Besten, die man irgend fand; Die sah man gelblockig unter lichten Borten gehn. Was gewünscht der König, das sah er fleißig geschehn. (589) Sie trugen reiche Zeuche, die besten die man fand, Vor den fremden Rittern, und herrliches Gewand; Zu ihrer schönen Farbe stand es ihnen gut: Wer einer abhold wäre, litte wohl an schwachem Mut. (590) Von Hermelin und Zobel viel Kleider man da fand. Da schmückte sich gar manche den Arm und auch die Hand Mit Spangen auf der Seide, die sie sollten tragen; Es könnt euch dies Befleißen zu Ende wohl niemand sagen. (591) Viel Gürtel kunstgeschaffen, kostbar und lang, Über lichte Kleider die Hand der Frauen schwang
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