Um edle Ferransröcke von Zeuch aus Arabia. Voll hoher Freude waren die edeln Jungfrauen da. (592) Es ward in Brustgeschmeide manche schöne Maid Gar minniglich geschnüret. Die mochte tragen Leid, Deren lichte Farbe das Zeuch nicht überschien. So schönes Ingesinde hat nun keine Königin. (593) Als die Minniglichen nun trugen ihr Gewand, Die sie da führen sollten, die kamen unverwandt, Der hochgemuten Recken eine große Zahl daher: Man trug auch dar viel Schilde und manchen eschenen Speer. (594)

10. Abenteuer

Wie Brunhilde zu Worms empfangen ward

Jenseits des Rheines sah man mit manchen Scharen Den König ans Gestade mit seinen Gästen fahren. Da sah man auch am Zaume leiten manche Maid: Die sie empfangen sollten, die waren alle bereit. (595) Als die von Island kamen bei den Schiffen an, Und auch die Nibelungen in Siegfriedens Bann, Sie eilten zu dem Lande; wohl fliss sich ihre Hand, Als man des Königs Freunde jenseits am Gestade fand. (596) Nun höret auch die Möre von der Königin, Ute der reichen, wie sie die Mägdlein hin Brachte von der Veste und selber ritt zum Strand. Da wurden miteinander viel Maid' und Ritter bekannt. (597) * Der Herzog Gere führte am Zaum Kriemhildens Pferd Nur vor das Tor der Veste; Siegfried der Degen wert, Der musst ihr weiter dienen; sie war so schön und hehr. Das ward ihm wohl vergolten von der Jungfrau nachher. (598) * Da ritt Ortwein der kühne bei Uten der Königin, Und so gesellt viel Ritter neben den Frauen hin. Zu festlichem Empfange, das muss man wohl gestehn Wurden nie der Frauen so viel beisammen gesehn. (599) Viel hohe Ritterspiele wurden da getrieben Von preiswerten Helden (wie wär es unterblieben?) Vor Kriemhild der schönen, die zu den Schiffen kam. Da hob man von den Mähren viel der Frauen lobesam. (600) Der König war gelandet mit fremder Ritterschaft; Wie brach da vor den Frauen so mancher starke Schaft! Da hörte man auf Schilden erklingen manchen Stoß; Hei! Reicher Buckeln Schallen ward im Gedränge da groß! (601) Vor dem Hafen standen die Frauen minniglich; Gunther mit seinen Gästen hub von den Schiffen sich; Er führte Brunhilden selber an der Hand. Wetteifernd miteinander schien Gestein und licht Gewand. (602) Mit viel großen Züchten Frau Kriemhilde ging, Als sei Frau Brunhilden und ihr Gesind empfing. Man konnte weiße Hände am Kränzlein rücken sehn, Als sei sich beide küssten: Das war aus Liebe geschehn. (603) Da sprach mit edler Sitte Kriemhild das Mägdelein: “Ihr sollt in diesen Landen uns willkommen sein Mir und meiner Mutter, und allen die uns treu Von Mannen und von Freunden.” Da verneigten sich die zwei. (604) Oftmals mit den Armen umfingen sich die Fraun. So freundliches Empfangen war nie zuvor zu schaun, Als die Frauen beide der Braut taten kund, Frau Ute und ihre Tochter: Sie küssten oft den süßen Mund. (605) Als Brunhilden Frauen nun standen auf dem Strand, Von waidlichen Recken wurden da bei der Hand Minniglich genommen viel Frauen hehr und schön. Man sah die edeln Maide vor Frau Brunhilden stehn. (606)
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