Inquisitionsbeamten aus.
Unterdessen war das Gnadenbild der Jungfrau vor dem Bischofspalast angekommen. Begleitet von den Rufen des Burgerheers, schwankte es auf den Schultern der
Ein Stein wurde gegen die Bleiglasfenster geschleudert.
Der Erste traf nicht, wohl aber der Zweite und viele von denen, die noch folgten.
Nicolau Eimeric und Berenguer d'Erill entfernten sich von den Fenstern. Arnau wartete immer noch auf eine Antwort von Francesca. Keiner der beiden ruhrte sich.
Mehrere Personen warfen sich gegen die Tore des Palastes. Ein Junge begann die Mauer zu erklimmen, die Armbrust umgehangt. Die Menge feuerte ihn an. Andere folgten seinem Beispiel.
»Genug!«, rief einer der Ratsherren, wahrend er versuchte, die Manner wegzudrangen, die gegen die Tur anrannten. »Genug! Niemand greift ohne Zustimmung der Stadt an.«
Die Manner an der Tur hielten inne.
»Niemand greift ohne Zustimmung der Ratsherren und Zunftmeister der Stadt an«, scharfte er ihnen noch einmal ein.
Die Manner vorne an der Tur verstummten und die Botschaft verbreitete sich uber den ganzen Platz. Das Gnadenbild der Jungfrau horte auf zu tanzen, Schweigen legte sich uber die Menge, und alle sahen zu den sechs Mannern empor, die sich an der Fassade hinaufhangelten. Der Erste hatte bereits das eingeschlagene Fenster des Gerichtssaals erreicht.
»Kommt herunter!«, war zu horen.
Die funf Ratsherren der Stadt und der Zunftmeister der
»Offnet dem Burgerheer von Barcelona!«
»Aufmachen!« Der Inquisitionsbeamte hammerte gegen das Tor des Judenviertels, das beim Vorbeimarsch des Burgerheeres geschlossen worden war. »Aufmachen! Inquisition!«
Er hatte versucht, zum Bischofspalast zu gelangen, doch in samtlichen Stra?en, die dorthin fuhrten, drangten sich die Menschen. Es gab nur einen Weg, zum Palast zu kommen: durch das angrenzende Judenviertel. Von dort aus konnte er zumindest seine Nachricht ubermitteln: Der Stadtrichter wurde nicht eingreifen.
Nicolau und Berenguer erhielten die Botschaft noch im Gerichtssaal: Die koniglichen Truppen wurden nicht zu ihrer Verteidigung ausrucken, und die Ratsherren drohten damit, den Bischofspalast zu sturmen, wenn man ihnen den Zutritt verwehrte.
»Was wollen sie?«
Der Beamte sah zu Arnau.
»Den Seekonsul befreien.«
Nicolau trat so nahe vor Arnau, dass sich ihre Gesichter beinahe beruhrten.
»Wie konnen sie es wagen?«, zischte er. Dann drehte er sich um und setzte sich wieder hinter den Richtertisch. Berenguer tat es ihm nach. »Lasst sie ein«, befahl Nicolau.
Den Seekonsul befreien … Arnau hielt sich so aufrecht, wie es sein geschwachter Zustand erlaubte. Seit der Frage, die ihr Sohn ihr gestellt hatte, blickte Francesca ins Leere. Der Seekonsul bin ich, gab Arnau Nicolau mit seinem Blick zu verstehen.
Die funf Ratsherren und der Zunftmeister der
Guillem blieb an der Tur stehen, wahrend die ubrigen sechs bewaffnet vor Nicolau traten. Einer der Ratsherren trat vor die Abordnung.
»Was wollt ihr?«, fragte Nicolau.
»Das Burgerheer von Barcelona«, fiel der Ratsherr dem Inquisitor ins Wort, »befiehlt Euch die Herausgabe des Seekonsuls Arnau Estanyol.«
»Ihr wagt es, der Inquisition Befehle zu erteilen?«, emporte sich Nicolau.
Der Ratsherr sah Nicolau Eimeric unverwandt in die Augen.
»Zum zweiten Mal«, erklarte er: »Das Burgerheer von Barcelona befiehlt Euch die Herausgabe des Seekonsuls von Barcelona.«
Nicolau stotterte und sah Hilfe suchend zum Bischof.
»Sie werden den Palast sturmen«, gab dieser leise zu bedenken.
»Das werden sie nicht wagen«, flusterte Nicolau.
»Er ist ein Ketzer!«, brullte er dann.
»Musstet Ihr ihn dafur nicht erst verurteilen?«, war aus der Abordnung der Ratsherren zu vernehmen.
Nicolau sah sie aus schmalen Augen an.
»Er ist ein Ketzer«, betonte er noch einmal.
»Zum dritten und letzten Mal, gebt den Seekonsul heraus.«
»Was soll das hei?en: Zum letzten Mal?«, erkundigte sich Berenguer d'Erill.
»Seht nach drau?en, wenn Ihr es wissen wollt.«
