»Hier, nimm«, forderte ihn Ramon auf. »Es ist die kleinste, die wir finden konnten.«
Arnau nahm behutsam die
»Sie geht schon nicht kaputt!«, sagte einer der
»Naturlich nicht!«, dachte Arnau und lachelte dem
Ramon prufte, ob das Polster richtig sa?.
»In Ordnung«, sagte er und tatschelte ihm die Wange. »Fehlen nur noch die Schwielen.«
»Welche Schwielen?«, fragte Arnau, doch als nun die Zunftmeister eintrafen, richtete sich alle Aufmerksamkeit auf sie.
»Sie konnen sich nicht einigen«, erklarte einer von ihnen. Alle
Die Manner murrten leise. Die meisten setzten sich in den Sand. Arnau setzte sich zu Ramon, die
Ramon zeigte auf das Tragepolster. »Achte immer darauf, dass kein Sand hineinkommt. Das wird sonst unangenehm beim Tragen.«
Der Junge legte die
»Wo liegt das Problem?«, fragte er Ramon. »Man kann doch zuerst die einen Schiffe be- oder entladen und dann die anderen.«
»Niemand will langer im Hafen von Barcelona liegen als unbedingt notig. Wenn ein Sturm aufkommt, sind die Schiffe ihm schutzlos ausgeliefert.«
Arnau lie? seinen Blick uber den Hafen schweifen, vom Puig de les Falsies bis Santa Clara. Dann sah er zu der Gruppe hinuber, die immer noch diskutierte.
»Der Ratsherr hat das Kommando, oder?«
Ramon lachte und fuhr ihm durchs Haar.
»In Barcelona haben die Handler das Kommando. Sie haben die koniglichen Galeeren bezahlt.«
Schlie?lich endete die Diskussion mit einem Kompromiss: Die
Als man sich geeinigt hatte, kam Bewegung in samtliche Hafenarbeiter. Die
Die Besatzung jeder Barkasse oder Barke bestand aus drei bis vier Mann: dem Schiffsfuhrer und – je nach Zunft – Sklaven oder freien Tagelohnern. Die Mitglieder der Bruderschaft Sant Pere, der altesten und reichsten der Stadt, verwendeten Sklaven – nicht mehr als zwei je Boot, wie es die Zunftordnung vorsah. Die junge Bruderschaft Santa Maria, die nicht uber so viele Mittel verfugte, arbeitete mit angeheuerten Tagelohnern. In jedem Fall war das Be- und Entladen der Ware, nachdem die Lastboote an den Kauffahrern angelegt hatten, ein zeitraubender und heikler Vorgang, selbst bei ruhiger See, denn die Hafenschiffer waren dem Eigentumer gegenuber fur verloren gegangene oder beschadigte Ware verantwortlich. Sie konnten sogar zu Gefangnis verurteilt werden, wenn sie die entsprechenden Entschadigungen an die Handler nicht zu zahlen vermochten.
Herrschte sturmisches Wetter im Hafen von Barcelona, wurde es noch schwieriger, und zwar nicht nur fur die Hafenschiffer, sondern fur alle, die mit der Seefahrt zu tun hatten. Zunachst einmal, weil die Hafenschiffer sich weigern konnten, die Waren zu entladen – bei gutem Wetter durften sie das nicht –, es sei denn, sie handelten freiwillig einen Sonderpreis mit dem Eigentumer der Ware aus. Doch die gro?ten Folgen hatte ein Sturm fur die Eigner, Steuermanner und auch die Besatzung eines Schiffes. Unter Androhung strenger Strafen durfte niemand das Schiff verlassen, bis die Ladung vollstandig geloscht war. Befanden sich der Besitzer oder sein Schreiber an Land – denn sie durften als Einzige von Bord gehen –, waren sie dazu verpflichtet, wieder zuruckzukehren.
Wahrend sich also die Hafenschiffer daranmachten, das erste Schiff zu entladen, begannen die
Sie gingen am Strand entlang zum Portico del Forment, dem stadtischen Getreidespeicher, der nach dem Volksaufstand von Soldaten des Konigs streng bewacht wurde. Arnau versuchte, sich hinter Ramon zu verstecken, als sie zum Tor kamen, doch den Soldaten fiel der schmachtige Junge zwischen all den kraftigen Mannern auf.
»Was soll der denn tragen?«, fragte einer lachend, wahrend er auf ihn deutete.
Als Arnau sah, dass die Blicke samtlicher Soldaten auf ihn gerichtet waren, spurte er, wie sich sein Magen umdrehte. Er versuchte, sich noch kleiner zu machen, doch Ramon packte ihn an der Schulter, legte ihm die
