gelernt, so zu tun, als ware er geduldig, sonst hatte er nicht uberlebt. Aber das hie? nicht, dass es ihm gefallen musste. Und das tat es auch nicht. Seine Enkeltochter war nicht gerade
Was das Warten nicht gerade leichter machte.
Er hatte Cally die Kunst des Uberlebens beigebracht, des Uberlebens im Gefecht und des Uberlebens in feindlicher Umgebung, und hatte mit dieser Ausbildung in ihrem achten Lebensjahr begonnen. Als kleines Madchen im Krieg gegen die Posleen war sie standfester als so mancher erwachsene Mann gewesen. Sie hatte den Attentater getotet, der zu ihnen gekommen war, um sie beide umzubringen, falls es ihm nicht gelang, ihn, Michael O’Neal, zu rekrutieren und hatte anschlie?end neben Team Conyers gegen die Posties gekampft, als sie durch das Gap heraufgekommen waren.
Er spuckte hingebungsvoll in die zweite Tasse, die ihm die Bedienung freundlicherweise gebracht hatte.
Nach dem Krieg hatte sie in einer privaten Kirchengemeinde bei dem Bane-Sidhe-Kader von Killernonnen eine erstklassige Ausbildung genossen. Ihre Fahigkeiten waren dort zu hochster Vollkommenheit entwickelt worden. Es war vermutlich keine Ubertreibung, sie als die beste lebende Attentaterin auf der Erde oder au?erhalb zu bezeichnen — allenfalls mit einer einzigen Ausnahme, namlich ihm selbst. Obwohl er nicht uber ihre … naturlichen Vorzuge verfugte.
Aber da dies so war —
Er unterdruckte den Drang aufzustehen und auf und ab zu marschieren, unterdruckte ihn nicht nur, sondern erwurgte ihn und riss ihn in Stucke. Cally war schon lange uber ihr erstes Rendezvous hinaus. Das war sogar ein gewisses Problem. Man konnte einem Madchen beibringen, wie man verlasslich aus tausend Meter Distanz eine Zielscheibe mit zwanzig Zentimeter Durchmesser traf, man konnte ihr beibringen, wie man Fallen erkannte und ihnen aus dem Weg ging, man konnte ihr neun unterschiedliche Methoden beibringen, wie man in der Dunkelheit lautlos einen Menschen totete, aber man konnte ihr nicht beibringen, wie man mit den Belastungen ihres Jobs zurechtkam. Das war eines der Dinge, die jeder Attentater selbst lernen musste.
Cally war schon immer ein Naturtalent gewesen. Er erinnerte sich noch gut an das erste Mal, als er dem Kind eine Pistole in die Hand gedruckt hatte. Naturlich war sie nicht einmal imstande gewesen, eine Scheunenwand zu treffen, aber nachdem sie ihr erstes Magazin auf dem Schie?platz leer geschossen hatte, hatte sie sich umgedreht und ihn angesehen. Sie war damals schlank gewesen, nein, nicht schlank, durr, und ihr blondes Haar war stets wirr und zerzaust gewesen. Und an der Nase war da ein Schmutzfleck gewesen, wo sie sich gekratzt hatte. Die Ohrenschutzer waren gro? und leuchtend grun gewesen, und die Schutzbrille war ihr auf die Nasenspitze gerutscht, aber das Grinsen, mit dem sie ihn angesehen hatte, hatte ihr ganzes Gesicht zum Leuchten gebracht. Und im Laufe der Zeit war ihm klar geworden, dass sie au?er ihrer Begeisterungsfahigkeit noch uber zwei andere wichtige Fahigkeiten verfugte. Sie hatte ungewohnlich scharfe Augen und eine ausnehmend ruhige Hand. Er hatte darauf geachtet, beides zu schutzen — Letztere unter anderem vor Lastern wie Koffein. Es gab Wesenszuge, die besser zu heranwachsenden Kriegern passten.
Und dann war sie naturlich auch stur gewesen. Keine Ahnung, woher sie das hatte. Er schmunzelte. Und diesen Mistkerl hatte sie in die Kniekehle geschossen, als er versucht hatte …
Die Tur schob sich auf, und da war sie endlich, sein Baby, seine Enkeltochter — aber was in drei Teufels Namen hatte sie da an? Der einteilige schwarze Lederanzug hatte gut zu einer Tarnung als Nutte gepasst — falls es eine Kombination fur ihre Ma?e gewesen ware. So lie? sich der Rei?verschluss hinten nur halb schlie?en, ohne dass sie aus dem Anzug platzte. Und nach seiner Ansicht bestand diese Gefahr immer noch. Am liebsten ware er aufgestanden und hatte sie in eine Decke gehullt.
»Hey, Su?e, was darf ich dir zu trinken bestellen?«, fragte er, als sie in den Raum geschlendert kam, sich rittlings auf einen Barhocker setzte und die Arme uber die Armlehne legte, wahrend die Tur sich hinter ihr zuschob. Ihr federnder Schritt passte seiner Ansicht nach uberhaupt nicht zu der Rolle, die sie spielte. Huren hatten einen anderen Gang.
»Bushmill Black, Wasser. Fur billigen Whiskey ist das Leben zu kurz«, sagte sie. Mit dem linken Fu? tippte sie nervos auf den Boden, als konnte sie nicht richtig stillsitzen, obwohl es bereits spat war und sie doch eigentlich hatte mude sein sollen.
»Du gefallst mir«, sagte er.
»Fortschrittsbericht?« Er holte einen Dampfer heraus und stellte ihn auf den Tisch, schnippte ihn an. »Ich habe den Raum bereits nach Wanzen abgesucht.«
»Ich habe gar nichts gefunden. Ich konnte lediglich bestatigen, dass vom Buro aus ein Geheimeinsatz lauft. Vermutlich
Bildete er sich das blo? ein, dass ihre Stimme am Ende rauchig geworden war? Ach was, Blodsinn. Was nun?
»So, dann sag mir mehr uber diesen Adjutanten.« Er spuckte in den Becher und uberlegte. »Du hast vor, dir Zugang zu den restlichen Raumen zu verschaffen, wie willst du das anstellen?«
»Oh, das ist einfach.« Sie rutschte auf ihrem Hocker herum und sah ihn verschmitzt an. »Wenn das die einzigen Orte im Buro sind, wo wir es noch nicht getan haben, denke ich, wird er … sich nicht abgeneigt erweisen, wenn ich ihm weitere Vorschlage mache.« Die Art und Weise, wie sie sich dabei mit der Zunge uber die Lippen fuhr, lie? ihn an die Katze denken, die den Kanarienvogel gefressen hatte.
»Du solltest das Geschaft nicht mit dem Vergnugen mischen.«
»Du hast doch selbst gesagt, dass ich mir einen Boyfriend besorgen soll.« Sie zuckte die Achseln und musterte dann eindringlich die Nagel ihrer rechten Hand.
»Ich zogere etwas, das zu sagen, Enkeltochter, aber du solltest nicht so tief einsteigen.«
»Oh, das werde ich nicht. Das uberlasse ich Pryce. Wirklich, Grandpa, ich bin nicht mehr
Er gab einen nichts sagenden Laut von sich, schaltete den Dampfer ab und ging zu der Konsole an der Tur, um die Drinks einzutippen. Als er sich wieder setzte und sie ihren Stuhl heranzog und sich an ihn kuschelte, worauf er den Arm uber ihre Schulter legte, damit die Bedienung, die ihnen die Drinks brachte, das auch ja zur Kenntnis nahm, musste er sich einen Augenblick lang ins Gedachtnis rufen, dass diese ausnehmend gut gebaute begehrenswerte junge Frau nicht etwa nur wie seine Enkeltochter
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Fleet Strike unterschied sich in vieler Hinsicht von den Streitkraften der alten Vereinigten Staaten. Die Begeisterung, die die hoheren Offiziere freilich dem Golfspiel entgegenbrachten, war unverandert. Wahrend der Konstruktionsphase des Stutzpunkts hatte ein intelligenter und ehrgeiziger junger Spezialist fur
