Deckel, der aufrecht steht. Ihr mu?t seine offene Seite betastet haben.“
Rod fragte sich, was geschehen wurde, wenn er hineintrate, aber irgendwie mangelte es ihm am Forscherdrang eines echten Wissenschaftlers. Er tastete uber die Offnung. Etwas Kreisformiges druckte in seine Handflache, es ragte aus der Oberflache des Metallblocks heraus. Als er mit den Fingern rechts davon weiter daruberstrich, beruhrte er eine Menge weiterer runder und ovaler Formen und Knopfe. Zweifellos war er hier auf ein Armaturenbrett gesto?en.
„Mein Lord Loguire“, wisperte er. „Bitte kommt nahe zu mir, ich brauche Licht.“
Der Geist schwebte dicht neben ihn. In seinem Schimmern erkannte Rod eine Anzahl von Me?geraten und anderen Anzeigern und verschiedenfarbige Knopfe.
„Weshalb zittert Ihr, Mann?“ erkundigte sich Loguire mitfuhlend.
„Es ist kalt“, murmelte Rod, „und ich furchte, ich mu? Eure Meinung uber dieses — Ding teilen. Ich wei? nicht, was es ist, aber es gefallt mir nicht. Es wird das beste sein, ich spreche vorsichtshalber eine Beschworung dagegen. Also, denkt Euch nichts dabei, wenn ich vor mich hinmurmle.“
Der Geist runzelte verwirrt die Stirn, als sich Rod im Dialekt des galaktischen Raummatrosen an seinen Roboter wandte.
„Gekab? Hast du mitgehort?“ „Naturlich, Rod.“
„Dann pa? auf, ich beschreib dir das Aussehen dieses Metallkastens.“ Er tat es. Nach einer Weile erkundigte er sich: „Hast du schon ein Ergebnis?“ „Nein. Ich brauche eine noch nahere Beschreibung.“ Rod bemuhte sich.
„Es ergibt keine exakte Analyse, die Vermutung liegt jedoch nah, da? es sich bei diesem Artefakt um einen Apparat fur Zeitreisen handelt.“
„Eine Zeitmaschine!“ Rod pfiff durch die Zahne. „Dann kommen diese kleinen Bastarde aus der Zukunft!“
„Rod, ich mu?te Sie schon des ofteren warnen, unbewiesenen Hypothesen zu gro?es Gewicht beizumessen.“
„Keine Angst, Gekab. Ich finde den Gedanken nur faszinierend.“
„Welche Art von Hexerei ist das, Mann?“ erkundigte sich Horatio.
Rod zuckte die Schultern. „Sie ist mir unbekannt, Mylord, obwohl ich in den verschiedensten — ah — Magien bewandert bin.“
„Was werdet Ihr dann machen?“
Mit einem schwachen Grinsen antwortete Rod: „Schlafen. Und nachdenken uber das, was ich gesehen habe.“ „Und wann werdet Ihr dieses Spielzeug des Teufels vernichten?“
„Wenn ich mir sicher bin“, antwortete Rod nachdenklich und betrachtete erneut die Maschine, „da? es dieser schonen Welt schadet und ihr nicht im Gegenteil helfen kann.“
Loguire zog finster die kaum sichtbaren Brauen zusammen. Er schien um ein Vielfaches zu wachsen, und seine Stimme klang wie Donnergrollen. „Ich beauftrage Euch mit der Exorzierung dieses Teufelsaltars und der Unschadlichmachung seiner mi?gestalten Priester.“ Das Schwert des Geistes glitt aus der Scheide und schwebte mit der Spitze voraus auf Rod zu.
„Schwort jetzt auf den Griff meines Schwertes, da? Ihr nicht ruhen werdet, bis dieses Land von Korruption befreit ist; da? Ihr diesen Altar des Bosen mit all seinen Anbetern exorzieren werdet, und mehr noch, da? Ihr diese Insel von Gramayre bis zu Eurem Tod in der Stunde seiner Gefahr nicht im Stich lassen werdet.“
Rods Kinn sackte hinab. Mit weiten Augen starrte er auf die plotzliche Kraft und die majestatische Erscheinung des Geistes.
Die Harchen stellten sich ihm am Nacken auf.
„Mein Lord, das ist nicht notwendig. Ich liebe diese Insel Gramayre und wurde nie…“
„Legt Eure Hand auf den Griff des Schwertes schwort!“ Die Stimme klang streng und unerbittlich.
Rod erschrak und zuckte zuruck, denn ein Eid wie dieser wurde ihn sein Leben lang an diesen Planeten binden.
„Schwort!“ donnerte der Geist, als Rod immer noch zogerte.
Rod starrte auf den schimmernden Griff und das strenge Gesicht. Fast gegen seinen Willen trat er wieder heran und beobachtete wie seine Hand sich um den Griff legte, aber er spurte nichts, kein Eisen zwischen den Fingern, nur eisige Luft.
„Jetzt leistet Euren Eid auf mich und die Meinen!“
Na gut, dachte Rod. Es sind ja nur Worte, und schlie?lich bin ich Agnostiker. „Ich schwore“, sagte er und mu?te sich zu diesen Worten zwingen. Dann kam ihm ein Einfall und er fugte hinzu: „Weiterhin schwore ich, da? ich nicht ruhen werde, bis die Konigin und alle ihre Untertanen mit einer einzigen Stimme regieren werden.“
Der Geist runzelte die Stirn. „Ein sehr merkwurdiger Eid“, brummte er. „Aber tief in meinem Herzen zweifle ich nicht an Eurer Redlichkeit, und der Schwur ist bindend.“ Das unstoffliche Schwert glitt in seine Scheide zuruck. Horatio drehte sich um. „Folgt mir jetzt und ich werde Euch zu den Raumen innerhalb dieser Gewolbe fuhren.“ An einer Wand hielt er an und deutete mit spitzen Fingern: „Tastet, bis Ihr einen Stein findet, der nachgibt.“
Rod druckte auf die Steine, bis der Geist nickte, dann warf er sein ganzes Gewicht dagegen. Der Stein achzte und gab knarrend nach. Klamme Luft drang aus der Offnung.
„Geht jetzt Euren Pflichten nach. Und seid gewarnt: solltet Ihr je Euren Eid vergessen, so wird der Herzog von Loguire Euch jede Nacht im Bett erscheinen, bis die Furcht Euch ubermannt.“
Jetzt stand die Tur zur Dachkammer offen, und Toms Schnarchen drang heraus. Rod nahm sich eine Fackel aus der Halterung vor der Tur und leuchtete vorsichtig hinein. Es war, wie er es erwartet hatte. An Toms machtiger Brust ruhte ein blonder Kopf. Er betrachtete ihn naher. Nein, es war zweifellos nicht die Magd, die ihm den Trunk gereicht und sich erboten hatte, sein Bett zu warmen. Erstaunlich, da? sie dann nicht bei dem Knappen ihr Gluck versucht hatte, nachdem der Herr sie abgewiesen hatte. So wie er Tom kannte, hatte der gar nichts gegen ein zweites Madchen gehabt.
Er steckte die Fackel in die Halterung zuruck und lie? sich unzeremoniell auf den Heuhaufen fallen, der als Bett diente.
Und schon griff der Schlaf nach ihm.
„Mann Gallowglass!“ donnerte eine hohlklingende Stimme in der kleinen Kammer. Rod zuckte hoch, das Madchen schrie, und Tom fluchte. Ein Geist schwebte eisigschimmernd vor ihnen in der Dunkelheit.
Rod stand auf und warf einen schnellen Blick auf Tom und die
junge Frau. Sie druckte sich mit vor Grauen verzerrtem Gesicht an Tom, der dem Geist herausfordernd (wenn auch zweifellos nicht ganz ohne Furcht) entgegenstarrte.
Erst dann betrachtete Rod den Geist in seiner Panzerausrustung und dem Rapier an der Seite. Es war nicht Horatio. Rod erinnerte sich, da? er der Bo? war, nicht der Geist. So hochmutig er nur konnte, schaute er ihn an. „In welchem Stall bist du aufgewachsen, da? du einem Herrn gegenuber ein so schlechtes Benehmen an die Nacht legst?“ Die Geisteraugen weiteten sich, das Kinn fiel hinab. Die durchschimmernde Gestalt starrte Rod erschrocken an. Der nutzte seinen Vorteil. „Sprich, doch hoflich, sonst tanze ich auf deinen Gebeinen!“
Der Geist wand sich. Rod hatte ins Schwarze getroffen. Offenbar gab es eine ektoplasmische Verbindung zwischen einem Geist und seinen sterblichen Uberresten. Rod nahm sich vor, die Grufte oder Graber aller hier Spukenden aufzusuchen. „Ver-verzeiht, My-mylord“, stammelte der Geist. „Ich wollte Rod unterbrach ihn. „Nun, da du mich aus dem Schlaf gerissen hast, konntest du mir endlich sagen, was du willst!“
„Ihr mu?t sofort…“
Wieder unterbrach ihn Rod. „Ich mu? uberhaupt nichts!“
„Verzeiht, Eure Lordschaft.“ Der Geist verbeugte sich.
„Mylord Loguire ersucht Euch, in die Gewolbe zu kommen.“
„Horatio Loguire?“
„So ist es, Mylord.“
Die Magd achzte. Rod zuckte zusammen. Er hatte vergessen, da? er nicht allein mit dem Geist war. Bald wurde die ganze Burg von seiner Verbindung mit den Geistern wissen. Er wandte sich an den Geist. „Also gut, dann fuhre mich.“ Er griff nach seiner Harfe. Als der Geist sich zur Wand drehte und eine Hand ausstreckte, rief er: „Halt!“ Au?er ihm brauchte niemand zu wissen, wo sich die Geheimgange befanden. „Schweb zu
Mylord Loguire zuruck und sag ihm, ich bin in Kurze bei ihm. Du scheinst zu vergessen, da? ich nicht durch die Wande gehen kann, wie du.“
„Aber, mein Lord“, protestierte der Geist. „Ihr…“ „Hast du nicht gehort!“ polterte Rod. Der Geist wich
