recht!«
»Das ist ein Dreidrei?iger.«
»Schei?e!« Der Wachleiter las die ubrigen Informationen. »Okay, ich bleibe in der Nahe.«
Die Beamtin, die den Notruf entgegengenommen hatte, sprach weiter mit der Anruferin. »Ein Streifenwagen ist zu Ihnen unterwegs. Lassen Sie mich bitte Ihren Familiennamen verifizieren. Ist die korrekte Schreibung
»Ja, ja«, sagte die Anruferin ungeduldig. »Das ist der Name meines Vaters. Ich hei?e Maddox- Davanal.«
»Das kann ich nicht. Ich bin sehr beschaftigt.« Ein Klicken zeigte, da? die Anruferin aufgelegt hatte.
Um 7.39 Uhr wurde die Dispatcherin von Streifenwagen 174 uber Funk gerufen. »Hier ist jemand erschossen worden. Bitte ein Ermittlerteam der Mordkommission auf Tac One.«
»QRX« - das Kurzel fur »Bitte warten«.
Malcolm Ainslie sa? an seinem Schreibtisch und hatte sein Handfunkgerat eingeschaltet, als Streifenwagen 174 die Mordkommission verlangte. Er sah von seinen Akten auf und nickte Jorge zu, er solle sich melden.
»Okay, Sarge.« Rodriguez schaltete sein eigenes Funkgerat ein und meldete der Dispatcherin: »Dreizehnelf ruft Wagen einssiebenvier auf Tac One.« Dann schaltete er auf den fur die Mordkommission reservierten Kanal Tac One um. »Einssiebenvier, hier dreizehnelf. QSK?«
»Dreizehnelf, wir haben einen Toten in der 2801 Brickell Avenue. Ein moglicher Einunddrei?iger.«
Ainslie hob ruckartig den Kopf, als er diese Adresse und den Zahlencode fur »Mord« horte. Er lie? allen Papierkram liegen, schob seinen Stuhl zuruck und stand auf. Dann nickte er Jorge zu, der ins Funkgerat sagte: »Einssiebenvier, wir sind zu Ihnen unterwegs. Sichern Sie den Tatort. Fordern Sie bei Bedarf weitere Unterstutzung an.« Er schob sein Funkgerat in die Gurtelhalterung und fragte: »Ist das die Adresse dieser stinkreichen Familie?«
»Genau! Dort wohnen die Davanals. Ich kenne ihre Adresse; die kennt jeder.« In Miami war es praktisch unmoglich, nicht uber diesen Namen zu stolpern. Davanal's war eine uber ganz Florida verbreitete Warenhauskette. Au?erdem gehorte der Familie ein Fernsehsender, den Felicia Maddox-Davanal selbst leitete. Daruber hinaus war die ursprunglich aus Mitteleuropa stammende Familie, die jedoch seit dem Ersten Weltkrieg in Florida ansassig war, politisch und finanziell sehr angesehen und machtig. Die Medien bezeichneten die Davanals manchmal als »das Konigshaus Miamis«, und ein weniger wohlwollender Kommentator hatte einmal hinzugefugt: »Und sie benehmen sich auch so.«
Ein Telefon klingelte. Rodriguez meldete sich, dann gab er den Horer an Ainslie weiter. »Sergeant Clemente aus der Zentrale.«
»Wir sind dran, Harry«, sagte Ainslie. »Der Streifenwagen hat uns angefordert. Wir fahren gleich hin.«
»Der Erschossene ist Byron Maddox-Davanal, der Schwiegersohn. Seine Frau hat neuneinseins angerufen. Du kennst die Geschichte mit dem Namen?«
»Welche?«
»Er hat schlicht Maddox gehei?en, als er Felicia geheiratet hat. Ihre Familie hat auf der Namensanderung bestanden. Hat den Gedanken nicht ertragen konnen, da? der Name Davanal eines Tages verschwinden wurde.«
»Danke. Jedes bi?chen Information kann nutzen.«
Ainslie legte den Horer auf und erklarte Rodriguez: »Diesmal beobachten uns viele einflu?reiche Leute, Jorge, deshalb durfen wir keinen Fehler machen. Sie gehen voraus, holen einen Wagen und warten unten auf mich. Ich informiere den Lieutenant.«
Newbold, der gerade zum Dienst gekommen war, sah auf, als Ainslie hereinkam. »Was gibt's, Malcolm?«
»Byron Maddox-Davanal scheint in der Villa der Familie ermordet worden zu sein. Ich bin dorthin unterwegs.«
Lieutenant Newbold starrte ihn an. »O Gott! Ist das nicht Felicia Davanals Ehemann?«
»Das ist er. Oder gewesen.«
»Und sie ist die Enkelin des alten Davanal, nicht wahr?«
»Richtig. Sie hat neuneinseins angerufen. Ich wollte Sie nur rechtzeitig informieren.« Newbold griff nach dem Telefonhorer.
»Sieht wie das Schlo? eines Feudalherren aus«, stellte Jorge fest, als sie in ihrem neutralen Dienstwagen auf den imposanten Familiensitz der Davanals zufuhren.
Das Haus mit seinen Turmen, Erkern und Spitzgiebeln stand auf einem fast eineinhalb Hektar gro?en Grundstuck. Das von einer hohen Mauer aus Steinquadern mit festungsahnlichen Eckbastionen umgebene Ensemble wirkte fast mittelalterlich.
»Mich wundert nur, da? Burggraben und Zugbrucke fehlen«, sagte Ainslie.
Hinter der Villa lag die Biscayne Bay, die weiter drau?en in den Atlantik uberging.
Die Zufahrt zu dem von der Stra?e aus nur teilweise sichtbaren weitlaufigen Gebaudekomplex wurde durch ein geschmackvolles schmiedeeisernes Tor mit dem Familienwappen auf beiden Flugeln gesichert. Im Augenblick war das Tor geschlossen, aber dahinter war eine lange Einfahrt zu erkennen, die sich in Kurven zum Haus wand.
»Verdammt, nicht schon jetzt!« rief Ainslie aus, weil er den Ubertragungswagen einer Fernsehstation vor ihnen herfahren sah. Leute aus der Medienbranche, die laufend den Polizeifunk abhorten, mu?ten die Adresse der Davanals erkannt haben. Aber dann sah er, da? es ein Ubertragungswagen der Station WBEQ war, die der Familie Davanal gehorte. Vielleicht hat jemand aus dem Haus den Reportern einen Tip gegeben, damit sie als erste da waren, sagte er sich.
In Tornahe standen drei Streifenwagen mit eingeschalteten Blinkleuchten. Wagen 174 mu?te Verstarkung angefordert haben, oder weitere Fahrzeuge waren von sich aus hergekommen - vermutlich letzteres. Cops konnten verdammt neugierig sein, das wu?te Ainslie. Am Tor gab es anscheinend eine Auseinandersetzung zwischen zwei uniformierten Polizisten und dem Fernsehteam mit der attraktiven schwarzen Reporterin Ursula Felix, einer alten Bekannten Ainslies. Die Einfahrt war bereits mit gelbem Plastikband abgesperrt, aber ein uniformierter Beamter, der Ainslie und Rodriguez erkannte, machte Platz, damit sie durchfahren konnten.
Jorge wollte wieder Gas geben, aber die Reporterin blockierte die Durchfahrt. Ainslie lie? sein Fenster herunter. »Hey, Malcolm«, sagte sie bittend, »bringen Sie diese Kerle zur Vernunft! Mrs. Davanal mochte uns drinnen haben; sie hat deswegen selbst angerufen. WBEQ ist die Station der Davanals, und wir brauchen unbedingt einen Bericht fur die Morgennac hrichten.«
Wahrend sie das sagte, beugte Ursula Felix sich zu Ainslie hinunter. Ihr voller Busen, der durch eine hautenge Seidenbluse noch betont wurde, war so nah, da? Ainslie ihn hatte beruhren konnen. Ihr rabenschwarzes Haar war zu vielen kleinen Zopfen geflochten, und ihr schweres Parfum drang in das Wageninnere.
Es
»Horen Sie, Ursula«, sagte er, »das hier ist ein Tatort, und Sie kennen unsere Vorschriften. Wir haben einen PIO angefordert, der Ihnen dann mitteilt, was wir zur Veroffentlichung freigeben konnen.«
Ein Kameramann hinter der Reporterin warf ein: »Wenn's um ihr Eigentum geht, la?t Mrs. Davanal sich keine Vorschriften machen, und auf beiden Seiten des Tors gehort alles der Familie.« Seine Handbewegung umfa?te die Villa und den Ubertragungswagen.
»Und die Lady verlangt, da? ihre Leute spuren«, fugte Ursula hinzu. »Kommen wir nicht durch, schmei?t sie uns vielleicht raus.«
»Okay, ich denke daran.« Ainslie nickte Jorge zu, er solle weiterfahren.
»Sie leiten die Ermittlungen«, teilte er Jorge mit, »aber ich arbeite eng mit Ihnen zusammen.«
»Ja, Sergeant.«
Kies knirschte unter ihren Reifen, als sie der von hohen Palmen gesaumten Einfahrt folgten und neben dem vor der Villa geparkten wei?en Bentley hielten. Ein Flugel des imposanten Portals stand offen. Als die beiden Kriminalbeamten ausstiegen, wurde die Haustur ganz geoffnet, und ein gro?gewachsener Mann Anfang Funfzig
